Probiert: 135° East Gin von der japanischen Kaikyo Distellery – pur und mit Tonic

135° East Gin & Hatozaki Japanese Blended Whisky | Foto © Helmut Hackl
135° East Gin & Hatozaki Japanese Blended Whisky | Foto © Helmut Hackl

Kürzlich hatte ich die Möglichkeit eine Spezialitäten zu probieren: 135° East Gin von der japanischen Kaikyo Distellery. Der Gin wurde mir einmal pur und einmal mit Tonic serviert …

Wenn ich auf Kulinarikreise bin, dann gönne ich mir manchmal zum Ausklang eines intensiven Tages abends in einer gemütlichen Bar einen Gin (Tonic). Denn vom Gin gibt es viele verschiedene Sorten, die unterschiedlich schmecken. In Kombination mit hochwertigem Tonic (nicht das süße Schweppes-Zeugs nehmen) oder pur z.B. mit Gurke (beim Hendrick’s). Da waren in den letzten Jahrzehnten schon ein ein paar – für mich – wohlschmeckende Gins dabei.

135° East Gin – pur oder mit Tonic

Kürzlich hatte ich die Gelegenheit eine für mich neue Sorte zu probieren: 135° East Gin von der Kaikyo Distellery. Die befinden sich in der Stadt Akashi in der Präfektur Hyogo. Die Destillerie ist nach der Akashi-Kaikyo-Brücke, der längsten Hängebrücke der Welt, benannt, die sich unmittelbar gegenüber der Destillerie befindet.

Mr. Kimio Yonezawa, der Master Distiller & Blender der Kaikyo Destillerie, sammelte und prüfte über 50 Pflanzen aus ganz Japan. Von kleinen, lokalen Erzeugern oder Spezialitätenlieferanten. Nach einer sorgfältige Vorauswahl entschied er sich für fünf japanische Botanicals (Yuzu, Sansho Pfeffer, Shiso Blätter, Chrysantheme, Zedernholz – werden separat destilliert), die bestens mit den traditionellen Zutaten eines London Dry Gin (Wacholderbeeren, Koriandersamen, Angelikawurzel) harmonieren. Durch diese Kombination entstand geschmacklich ein einzigartiger Gin. Durch die Methode der Vakuum-Destillation, die häufig bei der Herstellung von Luxusparfums verwendet wirf, werden zudem feinere Destillate gewonnen, welche die Aromen der Zutaten bestmöglich bewahren und sie so noch intensiver machen.

Kimio Yonezawa reichert seinen Gin mit einem Hauch von destilliertem Junmai Sake an (mildert die Schärfe des Sansho Pfeffers) und entschied sich, den Gin “135° East” zu benennen. Denn die Stadt Akashi liegt direkt auf dem 135. östlichen Längengrad und wurde im Jahr 1888 dazu auserkoren, die Japanische Normalzeit (wie z.B. Greenwich in Großbritannien) vorzugeben. Hier hat er seinen Gin kreiert, in den Brennblasen der Kaikyo Destillerie.
Die Japaner nennen die Stadt “Toki no machi” – die Stadt der Zeit. Als Symbol für den neu kreierten Gin war der 135. Meridian die unbestrittene Wahl der Kaikyo Destillerie. Er steht für die Öffnung Japans gegenüber der westlichen Welt, besonders in den Bereichen Kultur und internationalen Geschäftsbeziehungen. Das Etikett des 135° East stellt eine Szene aus den 1920ern dar – Geschäftsmänner die in westlichem Style gekleidet, die neuesten Nachrichten aus aller Welt in der Morgenpresse entdecken, und der junge Zeitungsausträger. Der 135. Meridian, im Hintergrund ersichtlich, ist repräsentativ für den Beginn der modernen Ära. Das klassische “speakeasy” Design des 135° East, mit dem charakteristischen roten Etikett und der runden Flasche, spiegelt die kommunikative Energie der “Roaring Twenties” wider.

Wie er so schmeckt(e)
Der 135° East Gin (42 Vol.-%) lässt sich so beschreiben: Er bietet ein kraftvolles, florales Aroma mit dem Duft von Zitrusfrüchten. Er liefert eine seidige, ausgeglichene Textur am Gaumen – eine Kombination aus Zitrus-, Bitter- und floralen Noten. Der Sansho Pfeffer bringt ein wärmendes, pfeffrig-würziges Finish. Er kann pur oder in Longdrinks und Cocktails genossen werden.
Mein Fazit: Mir schmeckte er sowohl pur als auch mit Tonic. Hat eine angenehme würzige Note.

Bei Interesse: 135° East Gin wird in Österreich im gut sortierten Fachhandel, im Interspar in der Wiener Schottengasse, online in der Interspar Weinwelt sowie bei Spirits & Co. angeboten. Später auch mal in der Gastronomie. Der Preis für die 0,7l-Flasche liegt bei knapp 30 Euro.

Hatozaki Japanese Blended Whisky
Kimio Yonezawa kreierte nicht nur den 135° East Gin, sondern auch eine “neue” Whisky-Sorte: Hatozaki Blended. Das ist ein ungetorfter, feiner, floraler Whisky, der in einem zweistufigen Blendingverfahren hergestellt wird. Er reift mehrere Jahre in Fässern und hat einen Malt-Whisky-Gehalt von mindestens 40%. Der Whisky wird weder gefärbt noch gefiltert, wodurch er seinen ursprünglichen Charakter bewahrt. Beschrieben wird es so: Ausbalanciertes Mundgefühl mit aromatischem Bouquet und floralen Noten. Leichter und eleganter Stil, Gerstenmalz sorgt für viel Tiefe. Besticht mit Getreidenoten und einer perfekten Abgerundetheit, weshalb er pur genossen oder als Cocktail kredenzt werden kann. Ein guter Einstieg in die Welt japanischer Whiskys.
Hatozaki Blended ist bei den Interspar Vinotheken, online in der Weinwelt sowie bei Spirits & Co. erhältlich. Die 700ml-Flasche vom Blended kostet etwa 40 Euro, der Pure Malt knapp 50 Euro.

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