Vom Fitnesscenter in die S-Bahn und dann mit dem Flieger nach Athen – unterwegs mit den AirPods Pro

Mit den AirPods Pro in Athen | Foto © Helmut Hackl
Mit den AirPods Pro in Athen | Foto © Helmut Hackl

Es gibt unzählige Testberichte über die AirPods Pro. Wie immer bei Apple reichen die Meinungen von verehrender Euphorie bis zu tiefster Abneigung. Somit für mich keine wirkliche Hilfe. Da ich ohnehin In-ear mit aktiver Geräuschunterdrückung wollte, legte ich sie mir zu, damit sich meine Ohren ihr eigenes Urteil bilden können …

Ich wollte eh schon länger kabellose Ohrhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC). Fürs Fitnesscenter (um die Umgebungsgeräusche noch stärker zu reduzieren), für S- & U-Bahn (für noch mehr Ruhe) sowie manchmal für Reisen mit Zug oder Flieger. Da ich mir Ende letzten Jahres ein iPhone 11 zulegte und eine Watch 4 am Handgelenk trage, sind die AirPods Pro – trotz des höheren Anschaffungspreises – die passende Ergänzung. Denn die liefern gute Integration ins iOS, ich brauche keine zusätzliche App zur Steuerung, die Ohrhörer sind in der “Wo ist?”-App zu finden und der eingebaute H1 Chip sorgt für eine zuverlässige Verbindung sowie zusätzliche Funktionen. Da spielt alles fein zusammen. Aber der Reihe nach.

AirPods Pro mit dem iPhone verbinden
AirPods Pro mit dem iPhone verbinden

Einsatzgebiet Eins: Fitnesscenter – über Lärmreduktion und sicheren Halt

Ich bin regelmäßig im Fitnesscenter. Zwei- bis dreimal die Woche. Weil es mir gut tut und weil es mir taugt. Musik spielt bei den Ausdauer- und Kraftübungen eine wichtige Rolle. Damit machen die Strapazen sogar Spaß – zumindest manchmal. Da ich bei meinen bewährten Sportohrhörern (Jaybird Run) die passive Dämmung immer öfter als zu gering empfand, wollte ich jetzt eine stärkere Reduktion.

Ein Fakt kann nicht oft genug wiederholt werden: Das “Abschotten” bei einem In-Ear wirkt nicht annähernd so stark wie bei einem Over-Ear. Die Wirkung der aktiven Geräuschunterdrückung kann daher flott beantwortet werden: Sie arbeitet wie von mir erwartet und sorgt für eine weitere Reduktion des Lärms rundherum. Daran gewöhnte ich mich so schnell, dass ich mit Ohrhörer ohne ANC gar nicht mehr hören mag. Aber wer die Wirkung von einem Over-ear kennt, der könnte leicht enttäuscht sein.

AirPods Pro im Fitnesscenter | Foto © Helmut Hackl
AirPods Pro im Fitnesscenter | Foto © Helmut Hackl

Was bei sportlichen Aktivitäten – neben dem IPX4-Schutz gegen Schweiß – ganz wichtig ist: Die Ohrhörer müssen fest in den Ohren sitzen und sich nicht bei stärkeren Bewegungen lockern. Einen entscheidenden Teil tragen dabei die Stöpsel bei. Mitgeliefert werden drei Größen. Da gehört ausprobiert, welche sich am bequemsten anfühlen und den gewünschten Sound liefern. Denn die Passform ist ganz entscheidend fürs Klangerlebnis (speziell Bass) und den Komfort. Angemerkt: Links und rechts muss nicht immer die identische Größe die passende Wahl sein. Wenn ich zwischen zwei Größen schwanke, dann greife ich zu den größeren Stöpseln.

Apple AirPods Pro - Passtest für Ohreinsätze
Apple AirPods Pro – Passtest für Ohreinsätze

Unterstützend steht ein eigener Test bereit, der überprüft, ob die beiden Ohrhörer mit den gewählten Stöpseln auch tadellos sitzen. Angemerkt: Links und rechts muss nicht immer die identische Größe die passende Wahl sein.

Angemerkt: Ohrhörer gehören regelmäßig gereinigt. Damit sich keine ungesunden Keime bilden und kein Schmutz auf die Treiber gelangt. Bei häufiger Nutzung mache ich das einmal wöchentlich. Denn je öfter, desto weniger Aufwand. Zum Einsatz kommen da beispielsweise eine feine Bürste (fürs Gitter), ein Desinfektionstuch (fürs Gehäuse) sowie lauwarmes Wasser mit mildem Spülmittel (für die Silikonstöpsel).

Für einen noch besseren Tragekomfort ist eine passive Belüftung (mit Öffnungen) zum Druckausgleich verbaut. In meinen Ohren fühlt sich das richtig gut an. Das hatte ich bisher noch bei keinem anderen In-ear. Urgemütlich.

In meinen Ohren sitzen die AirPods Pro gut drinnen und sind beim Tragen sehr komfortabel ohne Druckgefühl. Bei normalen Bewegungen halten sie ausreichend. Wo sie jedoch leicht herausfallen: Beim Abnehmen einer Mütze oder einer Kapuze. Subjektiv bekundet.

Einsatzgebiet Zwei: Unterwegs in S/U-Bahn – über den aktivierbaren Transparenzmodus

Wenn ich zum Beispiel mit der Schnellbahn (mein meistbenutztes öffentliches Verkehrsmittel in Wien) unterwegs bin, dann genieße ich bei Musik oder Hörspielen dank der aktiven Geräuschunterdrückung die zusätzliche “Stille” rundherum. Um Durchsagen zu verstehen, aktiviere ich kurzfristig den Transparenzmodus. Und bei persönlichen Gesprächen nehme ich aus Höflichkeit ohnehin die Ohrhörer heraus.

Einsatzgebiet Drei: Im Zug oder Flieger

Für das Reisen im Zug oder Flieger gönnte ich mir vor einigen Monaten Bowers & Wilkins PX Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung. Klanglich ein Traum und mit starker Reduktion des Lärms rundherum.

Wenn ich den PX nicht auf Reisen mit”schleppen” will, dann leisten auch die kleinen AirPods Pro gute Dienste. Das probierte ich gleich auf meiner Kulinarikreise nach Athen aus. Das Resultat: Ich kann damit unterwegs sowohl vom Klang her leben als auch mit der aktiven Geräuschunterdrückung. Lässt halt einen Hauch mehr Lärm durch und der Sound ist nicht ganz so hochwertig. Dafür kann ich die Ladeschatulle bequem in die Hosentasche stecken und mein Handgepäck ist etwas leichter. Zudem brauche ich für die S-Bahn von/zum Flughafen nicht extra ein zweites Paar Ohrhörer mitnehmen. Das entscheide ich künftig von Reise zu Reise.

Über den Klang – subjektiv gehört

Von den Genres her höre ich mit In-ears breit gestreut. Zum Beispiel Disco, Electronic, Dance, Swing, Alternative, Pop und Rock. Darüber hinaus laufen oft Hörspiele. In Summe mag ich hier eine ausgewogene Abstimmung, jedoch – wenn erforderlich – mit hörbarem Bass. Da liefern die AirPods Pro in meinen Ohren einen wohlklingenden Sound. Ohne Geräuschreduktion besser, mit ein Äutzerl schwächer. Aber von “Magie” oder herausragend sind sie dann doch ein gutes Stückerl entfernt. Was nicht vorhanden ist, das ist ein Equalizer. Der Sound ist so, wie Apple es sich für uns vorstellt.

Ich telefoniere ganz, ganz selten über Ohrhörer. Somit ist mir die Qualität nicht wichtig. Für meine raten Telefonate reicht’s.

Was super klappt, das ist das Plaudern mit Siri. Obgleich ich das unterwegs seltener mache. Der Aufruf erfolgt entweder über “Hey Siri” oder – einstellbar – durch Drücken & Halten des Kraftsensors. Was mir taugt, das ist die – wählbare – Funktion “Nachrichten ankündigen”. Wenn mein iPhone gesperrt ist, die AirPods damit verbunden sind und eine Nachricht (nur via Standard-App) eingeht, ertönt ein Signalton und Siri beginnt mit dem Vorlesen der Nachricht. Zu finden ist diese Funktion in den Einstellungen unter “Mitteilungen” > “Nachrichten mit Siri ankündigen”.

Über die Akkulaufzeit und die Ladeschatulle

Zu beachten: Solch Ohrhörer mit verbautem Akku sind ein Produkt mit überschaubarer Nutzungsdauer. Danach gehören sie fachgerecht entsorgt. Aus ökologischer Sicht leider ein ganz schlechtes Produkt.

Akkuanzeige
Akkuanzeige

Die AirPods Pro liefern mit einer Akkuladung bis zu 5 bzw. 4,5 Stunden (mit aktivierter Geräuschunterdrückung) Laufzeit. Der Akku in der Schatulle lässt sich kabellos (via Qi-Standard) oder über ein Lightning-Kabel aufladen. Sie ist etwa 61x22x45 mm groß/klein (somit gut einsteckbar) und wiegt etwa 46 Gramm bzw. unter 57 Gramm mit den AirPods Pro drinnen. In Summe sind dann bis zu 24 Stunden Gesamtlaufleistung möglich. Und wenn’s pressiert: Nach 5 Minuten Laden kann ich mit den AirPods wieder eine Stunde Musik genießen.

So nebenbei: Damit die Schatulle gleich gut geschützt ist, kaufte ich eine schicke T98 Metallhülle. Schön in Rot, damit sie zu meinem iPhone passt. Kostete ca. 15 Euro.

T98 Metallhülle für die Airpods Pro | Foto © Helmut Hackl
T98 Metallhülle für die Airpods Pro | Foto © Helmut Hackl

Über die simple Bedienung

Das erstmalige Koppeln mit dem iPhone 11 war wie erwartet ruckzuck erledigt, denn die beiden Geräte müssen sich dafür nur annähern. Der Rest läuft automatisch ab. Auch das Ein-/Ausschalten der Ohrhörer passiert ohne merkbare Verzögerung. Die Bedienung erfolgt durch Drücken unten an den Stegen. Mit einem akustischen Klick als Bestätigung. 1x für Wiedergabe / Pause / Telefonat annehmen, 2x zum Sprung auf den nächsten Track, 3x für einen Rücksprung, 1x länger drücken zum Wechseln des Modus (Geräuschunterdrückung, Transparenzmodus, Aus) oder für Siri. Nicht regelbar ist die Lautstärke direkt am Ohrhörer. Leider. Das muss übers iPhone, über die Watch oder über “Hey Siri” erledigt werden.

Einstellungen für die AirPods Pro
Einstellungen für die AirPods Pro

Einstellbar sind die Aktion beim Drücken der AirPods – getrennt für links und recht. Zur Auswahl stehen Siri oder Geräuschkontrolle. Bei zweitem lässt sich einstellen, welche Modi umgeschaltet werden sollen.
Mittlerweile empfinde ich das Drücken der Stege viel angenehmer als das direkte Berühren bei anderen Ohrhörern. Subjektiv bekundet.

Als Kritikpunkt: Die AirPods Pro unterstützen kein Bluetooth Multipoint. Das heißt: Keine gleichzeitige Verbindung, um z.B. unterbrechungsfrei vom iPhone aufs iPad wechseln zu können. Das muss manuell erfolgen – zwischen Geräten mit der selben Apple ID. Einzige Ausnahme: iPhone und Watch.

AirPods Pro – mein Fazit

Als Gesamtpaket waren die AirPods Pro für mich als iPhone-Nutzer die passende Wahl. Trotz des höheren Anschaffungspreises gegenüber vergleichbaren Produkten wie beispielsweise den Libratone Track Air+ oder den Sony WF-1000XM3. Für meine Nutzung möchte ich die aktive Geräuschunterdrückung nicht mehr missen.

P.S.: Ich kaufte die AirPods Pro in einer Gutscheinaktion bei Electronic4You, wo ich fast immer meine Apple-Produkte beziehe.

4 Kommentare

  1. Hallo Helmut!
    Danke für den Bericht. Bin auch am Überlegen mir die Pro zuzulegen, allerdings würde ich sie fürs Laufen verwenden wollen. Fallen die da dann eher raus? Als Alternative kämen die Powerbeats Pro in Frage. Danke im Voraus für eine Antwort!
    LG,Thomas

    1. Hi … das kann ich Dir nicht beantworten, da es auf den Halt in DEINEN Ohren ankommt. Ich habe es kurz ausprobiert und aus meinen Ohren fielen sie nicht. Wenn ICH öfters laufen würde, dann würde ich mich bei Ohrhörern mit Bügel oder Flügel doch wohler fühlen – subjektiv bekundet!

  2. Habe auch die Pro, nachdem mir die “normalen” nicht zugesagt haben.
    (Verwende lieber abgeschlossenen In-Ear).
    Ich finde auch das die Geräschunterdrückung- bzw Transparenz-Modus ganz super ist.
    Da kann ich bei Bedarf hin- und herschalten (büro, restaurant, etc.).

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