SpO2 ist für mich kein Grund, um von der Apple Watch 4 auf die 6er umzusteigen [Update]

Watch 6 | Foto © Apple
Watch 6 | Foto © Apple

Ich warf einen Blick auf die Apple Watch 6, um mir anzusehen, ob sich für mich ein Umstieg von meiner “älteren” Watch 4 lohnen würde. Übrig blieb da lediglich ein einziger Punkt, der mich interessieren würde: SpO2. Aber …

Ich bin mit meiner “alten” Watch 4 noch immer sehr zufrieden und trage sie fast tagtäglich. Zum Messen vom Puls, für ein EKG zwischendurch, zum Zählen der Schritte, für meine unterschiedlichen sportlichen Aktivitäten, manchmal als Navi, für Musik sowie Podcasts und es laufen ein paar wenige ergänzende Apps. Der Bildschirm ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar. Die Akkulaufzeit ist für mich mehr als ausreichend und die Uhr ist schnell wieder geladen. Die Geschwindigkeit des Prozessors genügt mir vollauf. Somit keine Argumente für den flotterer Prozessor, das schnellere Laden (von 0 auf 100% in 1,5 Stunden), die verbesserte Batterielaufzeit und den helleren Bildschirm. Schon bei der Watch 5 sah ich mir an, ob ich das Always-on Display wirklich brauche. Schön, wenn es da ist, aber es geht mir nicht wirklich ab. Und der U1-Chip sowie der immer aktive Höhenmesser sind für meine Nutzung derzeit keine entscheidende Bereicherung. Und watchOS 7 ist ebenso oben.

Die Messung der Sauerstoff-Sättigung im Blut wäre ein Argument

Somit bleibt eine einzige Funktion übrig, die es mir wert wäre, vielleicht auf eine Watch 6 umzusteigen: Die Messung der Sauerstoff-Sättigung im Blut. SpO2 steht für die periphere kapillare Sauerstoffsättigung, d.h. eine Schätzung der Sauerstoffmenge im Blut.

Dieser Wert zeigt an, wie gut das sauerstoffhaltige Blut im gesamten Körper transportiert wird. Der genaue Wert wird durch eine Blutabnahme bestimmt. Es gibt aber auch die nicht ganz so präzise, aber zur Überwachung der Fitness ausreichend genaue Messung über einen Sensor. Und das ist mit der Watch 6 möglich. Und nur das. Dieses Verfahren ist nicht für medizinische Zwecke oder Selbstdiagnosen vorgesehen.

Verwendet werden bei diesem Verfahren (Pulsoxymeter genannt) grüne, rote und infrarote LEDs sowie die Fotodioden im Glas des Gehäusebodens. Auf diesem Wege wird das vom Blut reflektierte Licht gemessen und die Sauerstoff-Sättigung über einen Algorithmus errechnet. Der gemessene Wert wird in einem Bereich zwischen 70% und 100% angezeigt.

Die SpO2 (Sättigung peripher O2) sagt nicht aus, wie gut das sauerstoffhältige Blut im Körper transportiert wird, sondern ausschließlich zu wieviel Prozent der rote Blutfarbstoff, das Hämoglobin in den Erythrocyten (rote Blutkörperchen) mit Sauerstoff besetzt (d.h. gesättigt) ist. Um den Transport etwas bewerten zu können, benötigt man mehrere und andere Werte, die teilweise aus mehreren Messwerten berechnet werden. Und weiter: Je nach körperlicher Fitness, Alter und eventuellen Zusatzerkrankungen kann der Wert variieren. Wenn zum Beispiel Notarzt zu einem Patienten kommt, dann kann er mit Werten von 90% sehr zufrieden sein, kann aber auch bei 96% besorgt sein. Der Wert alleine sagt nichts aus.
Sehr entscheidend ist auch die Messqualität. Deshalb legt ein Arzt bei der SpO2-Messung immer auf die dazugehörige Kurve Wert. Denn nur wenn diese auch in Ordnung ist, dann ist der Wert glaubhaft. Da liegt leider eine sehr große Fehlerquelle drinnen.

Die Messungen mit der Watch lassen sich automatisiert durchführen oder manuell anstoßen. Alle Daten sind dann in der Health-App sichtbar. Dort können dann Trends angezeigt werden und ich kann beobachten, wie sich mein Sauerstoffgehalt im Blut über die Zeit verändert.

Ich bin mir deshalb nicht sicher, ob das nicht eine unnötige Funktion ist. Das werden die kommenden Tests zeigen, wie gut Apple das umgesetzt hat. Beim EKG ist das ja auch gut gelungen. Es kann also ganz vernünftige Werte liefern, es kann aber auch Unsinn sein. Was nach den ersten Berichten eher zutreffen dürfte.

Watch 6 – was ich dafür investieren müßte

Die Watch 6 mit Aluminiumgehäuse (44mm – ich würde Rot nehmen) kostet mit dem Sport Loop Band (ebenso passend in Rot) im UVP 459 Euro. Ich habe beschlossen, nicht umsteigen. Die SpO2-Messung alleine ist es mir nicht wert. Ich warte auf die Watch 7 und entscheide dann erneut.

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