Im Abverkauf “zugeschlagen”: beyerdynamic Aventho wireless – ohraufliegender Bluetooth-Kopfhörer mit App zur Klanganpassung

beyerdynamic Aventho wireless Bluetooth-Kopfhörer | Foto © Helmut Hackl

Da mein alter beyerdynamic On-ear Kopfhörer nach vielen, vielen Jahren Nutzung leider den sprichwörtlichen Geist aufgab, sollte sogleich ein Nachfolger her. Ich entschied mich für den Aventho wireless …

Ich nutze neben den AirPods Pro (In-ear für unterwegs und sportliche Aktivitäten) und den Denon AH-D5200 (On-ear für den Hörgenuss daheim) auch gerne einen kompakten On-ear Kopfhörer. Das war über ein Jahrzehnt lang ein beyerdynamic T50p Tesla-Kopfhörer, der jetzt leider nicht mehr funktioniert. Da ich damit sehr zufrieden war, blieb ich der Firma treu und wollte einen – sehr ähnlichen – Aventho wired. Da im Abverkauf (ich brauche bei Kopfhörern nicht die allerneuesten Modelle ) der preisliche Unterschied zum Aventho wireless überschaubar war, nahm ich gleich diesen. Denn mit dem kann ich nicht nur per Kabel hören, sondern auch drahtlos über Bluetooth. Und darüber hinaus steht mir eine individuelle Klangoptimierung per App zur Verfügung.
Mein Einsatzgebiet für diesen Kopfhörer ist hauptsächlich daheim in ruhiger Umgebung. Manchmal wird er – zusätzlich zu den AirPods Pro – mitreisen, damit ich dann z.B. abends im Hotel angenehm Musik hören kann.

beyerdynamic Aventho wireless Bluetooth-Kopfhörer | Foto © Helmut Hackl

Die Daten im Überblick – gleich versehen mit Kommentaren

• Der 240g leichte Tesla Kopfhörer ist geschlossen, damit ich die nähere Umgebung nicht störe.
• Die Dämmung der Umgebungsgeräusch ist nicht hoch. In ruhiger Umgebung – wo ich höre – ist es einwandfrei, in öffentlichen Verkehrsmitteln dringt fast alles durch. Aber dort verwende ich eh lieber meine AirPods Pro mit ANC.
• Das Design ist zeitlos und es werden hochwertige Materialien (z.B. gebürstetes Aluminium) verwendet. Positiv: Ersatzteile sind erhältlich.
• Zur Auswahl stehen zwei Ausführungen: Schwarz oder Braun. Mir gefiel das braune Kunstleder besser.
• Bei Bluetooth 4.2 steht Unterstützung für SBC, AAC, aptX und aptX HD bereit. Bis zu acht Geräte können verbunden sein, mit maximal zwei Geräten kann gleichzeitig eine aktive Verbindung hergestellt werden.
• Mit einer Akkuladung sind mehr als 30 Stunden Laufzeit möglich. Das Laden – über USB-C – ist in maximal zwei Stunden erledigt. Eine Ladekabel ist im Lieferumfang dabei, aber kein Netzteil.
• Die Ohrpolster haben eine Memoryschaum-Füllung und fühlen sich bequem an. Eine Wärmeentwicklung ist selbstverständlich vorhanden, hält sich aber aus meiner Sicht im verträglichen Rahmen. Anpressdruck ist – der Bauart geschuldet – vorhanden, aber der ist – aus meiner Sicht – erträglich. Zudem verträgt sich so ein On-Ear noch besser mit meiner Lesebrille als ein Over Ear. Super ist außerdem die präzise Einstellung der Ohrmuscheln. Denn diese lassen sich noch etwas bewegen, um perfekt auf den Ohren zu sitzen. Eine sehr angenehme Möglichkeit zur Steigerung des Tragekomforts.

beyerdynamic Aventho wireless Bluetooth-Kopfhörer | Foto © Helmut Hackl

• Nicht vorhanden ist ein Sensor, der erkennt, ob der Kopfhörer abgenommen / aufgesetzt wird, um die Musik automatisch zu pausieren / zu starten. Wäre zwar bequemer, geht mir aber hier nicht ab.
• In der rechten Hörerschale ist ein Touchpad integriert, um den Kopfhörer über Gesten zu steuern. Zum Beispiel 2x kurz tippen = Pause / Wiedergabe, nach vorne / hinten wischen = nächster / vorheriger Titel, nach vorne / hinten wischen und halten = Vorwärtsspulen / Rückwärtsspulen, nach oben / unten wischen = Lautstärke anheben / senken, 2 Sekunden in die Mitte drücken = persönliche Sprachassistenten aufrufen, 2x schnell hintereinander tippen = Anruf annehmen / beenden, >2 Sekunden auf die Mitte drücken = Anruf abweisen oder zwischen zwei Anrufen makeln.
• Vorhanden ist eine LED-Anzeige sowie eine eigene Taste für Ein / Aus / Bluetooth-Koppeln. Das Verbinden kann auch via NFC (in der linken Gehäuseschale untergebracht) erfolgen.
• An der 3,5mm-Buchse lässt sich ein Standard-Audiokabel anstecken. Zum Hören wird kein Akku benötigt – nichts aufs Ausschalten vergessen. Für meine Ohren ist der Klang via Kabel noch um einiges besser als über Bluetooth – subjektiv bekundet.
• Die Gehäuseschalen sind drehbar, damit sich der Kopfhörer kompakt zusammenlegen lässt. Ein Stoffbeutel für den Transport oder zum Aufbewahren ist im Lieferumfang dabei.
• Wer mag, der kann den Kopfhörer als Freisprecheinrichtung beim Telefonieren verwenden.
• Wenn die Sprachansagen nerven: Die können deaktiviert werden.
• Drei technische Zahlen: 32 Ohm Nennimpedanz, 10-40.000 Hz Übertragungsbereich, 105 dB SPL Kennschalldruckpegel (1 mW / 500 Hz). Perfekt für den mobilen Einsatz.

MIY App für ein personalisiertes Klangbild über Bluetooth

Ein leiwande Sache ist die Möglichkeit, das Klangbild auf mein Gehör zu optimieren. Das passiert über die MIY App, die kostenfrei für Android und für iPhone / iPad zur Verfügung steht. Der Ablauf ist simpel: Den zweiminütigen Hörtest (by Mimi Defined) absolvieren und das Ergebnis wird danach direkt auf dem Kopfhörer gespeichert. Die Klangoptimierung kann jederzeit für einen direkten Vergleich ein-/ausgeschaltet werden und es steht ein Schieberegler bereit, wie stark die Optimierung wirken soll. Mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen – super.
So nebenbei: Für meine AirPods Pro machte ich den Mimi Hörtest, der dann ein Audiogramm erstellt und den Klang ebenso individuell optimiert.

MIY App am iPhone

Die App liefert zudem Statistiken zu meinen individuellen Hörgewohnheiten. Gemessen wird dabei Dauer und Lautstärke meines täglichen Musikhörens. Die daraus errechnete Sounddosis gibt an, wann ich meinem Gehör eine Pause gönnen sollte. Außerdem kann die Empfindlichkeit des Touchpads eingestellt werden.

MIY App am iPhone

Fein wäre es noch gewesen, wenn Firmware-Updates gleich via dieser App erfolgen können. Leider muss dazu extra ein eigenes Programm auf den Computer (Windows, Mac) heruntergeladen werden. Danach den Kopfhörer über USB verbinden und das “Update Hub”-Tool starten.

beyerdynamic Aventho wireless – zusammengefasst

Ich bin mit dem Aventho wireless von beyerdynamic zufrieden und freue mich schon auf viele Jahre Hörgenuss.

2 Kommentare

  1. Glückwunsch zu diesem Kauf. Ich kann alles hier Geschriebene nur bestätigen. Ich habe den Aventho auch in der wireless Ausführung und bin noch vor dem offiziellen Erscheinungstermin damals extra zur Kopfhörermesse nach Berlin gefahren (500 km, wie bekloppt kann man eigentlich sein, aber egal…) um mir die Präsentation anzusehen. Vor allem hat mich der Vortrag der Mimi-Truppe fasziniert, was so alles in diesem Bereich möglich ist und hier bereits umgesetzt wurde. Das ist bestimmt schon drei Jahre her. Seitdem habe ich diesen Kopfhörer auch im Einsatz. Ich habe eigentlich für jeden erdenklichen Anwendungsfall einen eigenen Kopfhörer, mit und ohne DAC, mit und ohne zusätzlichen Kopfhörerverstärker usw. aber der Aventho ist der Kopfhörer, der immer passt. Perfekter Klang (wirklich perfekt, das ist nicht nur so dahingeschrieben), sehr guter Tragekomfort auch über längere Zeiten, alle Möglichkeiten, die Bluetooth zu bieten hat (Problem ist hier eher, dass man nicht den entsprechend hochwertig ausgestatteten Zuspieler hat), Klangpersonalisierung über ein System, dass auch bei Ohrenärzten anerkannt ist (hat ein Verwandter erzählt, der ist Ohrenarzt und müsste es wissen). Noise-Cancelling habe ich bislang noch nicht vermisst, wäre vielleicht noch ein Goodie obendrauf aber nicht unbedingt nötig. Die Muscheln für On-Ear dichten perfekt ab: nicht zuviel und nicht zuwenig. Da kann man sich den Mehrverbrauch an Energie aus dem Akku auch sparen. Einziger Schwachpunkt ist wirklich die fehlende Updatemöglichkeit über die App. Das müsste doch eine Kleinigkeit sein. Der Weg über ein zusätzliches Windowsprogramm ist extrem lästig. Das habe ich erst einmal gemacht. Ich weiß auch gar nicht, ob es überhaupt noch mal Updates gegeben hat.
    Ich bin nicht schnell dabei mit Superlativen aber man merkt ja schon an dem was ich schreibe, dass ich von diesem Produkt ziemlich begeistert bin. Zumal der Preis in letzter Zeit auch merklich gesunken ist und man im Netz hier und da mal einen Schnapper findet. Gäbe es noch die Updatmöglichkeit über die App würde ich eine glatte 1+ als Note vergeben.

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