Machte Riesenspaß: Bimie Grazie Sport – meine erste Probefahrt mit solch einem flotten Elektroroller

Bimie Grazie Sport Elektroroller | Foto © Helmut Hackl
Bimie Grazie Sport Elektroroller | Foto © Helmut Hackl

Ich werde 2021 auf einen Elektroroller umsteigen. Somit wurde es Zeit für den initialen Schritt: Die erste Probefahrt mit solch einem flotten Gefährt, einordbar in die 125er-Klasse. Um es gleich vorweg zu bekunden: Ich hatte riesigen Spaß daran …

Der Abschied von meiner Vespa GTS Super ist nicht leicht, denn die ist schon ein elegantes Gefährt. Aber als weiteren kleinen Beitrag zur Erhöhung der Luftqualität und Reduktion von Lärm wäre es an der Zeit, beim Motorroller vom Verbrenner auf Elektro umzusteigen.

Meine technischen Voraussetzungen an einen Elektroroller sind klar definiert:
• Maximal 11 kW (15 PS) Leistung, damit ich ihn mit dem B111 fahren darf.
• Eine Höchstgeschwindigkeit ab 70 km/h – um in der Stadt kein Hindernis zu sein.
• Eine realistische Reichweite von zumindest 70 Kilometern mit einer Vollladung.
• Ein herausnehmbarer Akku mit einem Gewicht von höchstens 20 Kilogramm – ich muss ihn dann regelmäßig von der Garage über einige Stiegen in die Wohnung sowie retour tragen.

Da Bikemite, eine auf Elektroroller spezialisierte Wiener Firma, bei mir um’s Eck ist, machte ich mir einen Termin für eine Probefahrt aus. Angeboten wird dort eine Auswahl an unterschiedlichen Marken wie beispielsweise Askoll, Bimie, Horwin, Niu oder Vässla. Alle Modelle, Daten, Ausstattungen, Preise, Förderungen, persönliche Erfahrungsberichte, Tipps sowie Videos von Ausfahrten stehen auf der Website von Bikemite. Von dort holte ich mir viele nützliche Informationen.

Meine Eindrücke von der ersten Fahrt mit solch einem Elektroroller

Für meine Testfahrt wurde mir ein Bimie Grazie Sport WR3 zur Verfügung gestellt. Diese Marke importiert Bikemite exklusiv für Österreich aus China. Meine Eindrücke beziehen sich hauptsächlich auf dieses Modell, das zum Testzeitpunkt 4.150 Euro kostete.

Beschleunigung, Durchzug, Höchstgeschwindigkeit

Der Motor meiner Vespa GTS Super leistet 11 kW (15 PS). Die maximale Leistung, die ich mit dem B111 Zusatz fahren darf. Für mich als Stadtfahrer völlig ausreichend. Der Bimie Grazie Sport liefert bis zu 7 kW (knapp 10 PS) Leistung, ist um etwa 50 Kilo leichter und hat einen starken Elektroantrieb.

Was ich gleich nach ein paar Minuten im Stadtverkehr bekunden konnte: Beschleunigung und Durchzug sind für die vorhandene Leistung beeindruckend. Bis 50 km/h zischt das Ding ordentlich ab – Bikemite gibt gestoppte 4,5 Sekunden an. Und danach geht’s bis 90 km/h munter weiter. Jede kleinste Drehung am Gasgriff wird sofort in Beschleunigung umgesetzt. Selbst eine 300er Vespa hängte mich nicht nennenswert von der Kreuzung ab. Das stimmte mich schon mal positiv.

Die Umgewöhnung auf Elektro klappte ruckzuck. Das betrifft hauptsächlich das etwas anders arbeitende Bremssystem (linker Bremshebel für beide Bremsen) und es steht Rekuperation bereit. Beides problemlos bedienbar.

Akku – Leistung, Reichweite und Handhabung

Der WR3 ist ein stärkerer, aber mit etwa 21,5 kg auch schwererer Akku für den Grazie. Er liefert eine Reichweite von über 80 Kilometer mit einer Akkuladung und eine Höchstgeschwindigkeit von um die 90 km/h herum.

Bimie Grazie Sport Akku | Foto © Helmut Hackl
Bimie Grazie Sport Akku | Foto © Helmut Hackl

Da mein künftiger Elektroroller in einer Gemeinschaftsgarage parkt, wo leider kein Stromanschluss bereit steht, probierte ich gleich aus, wie sich der Transport anfühlt. In Summe etwa 50 Schritte und 30 Stufen. Gut, dass ich regelmäßig Krafttraining mache. Viel schwerer möchte ich nicht dauernd schleppen.
So nebenbei: Beim WR3 Akku ist ein Schnellladegerät dabei.

Geräuschpegel

Was mir sofort taugte, das war die angenehme Ruhe beispielsweise beim Dahingleiten, in der Garage oder beim Stehen vor roten Ampeln. Kein Lärm vom Auspuff. Wohltuend nicht nur für mich, sondern auch für die Umgebung. Mehr Obacht gehört allerdings auf Fußgänger gelegt, denn der Elektroroller kommt fast geräuschlos daher.

Wohlfühlfaktor

Von der Vespa bin ich schon sehr verwöhnt, was den Wohlfühlfaktor angeht. Auf der sitze ich komfortabel und die Handhabung ist wunderbar. Ein ganz wichtiger Punkt für mich. Was ich zum Grazie sagen kann: Verarbeitung, Fahrkomfort und Sitzposition kommen nicht an die Vespa heran. Es ist halt hauptsächlich Kunststoff. Das erwartete ich aber schon vorher und ich kann damit leben.

Bimie Grazie Sport – mein Fazit

Der Bimie Grazie Sport gefiel mir sehr gut. Ich würde da vielleicht sogar zum Grazie Race tendieren, denn der beschleunigt noch besser (ca. 3,2s auf 50 km/h) und die Spitzengeschwindigkeit von 75 km/h genügt mir vollauf. Damit putzt er locker eine 300er Vespa. Das ist schon beeindruckend für die paar kW, die der Motor liefert. In einem Satz: So ein Elektroroller taugt mir in Summe als Fortbewegungsmittel in der Stadt.

4 Kommentare

    1. Achtung: Die Angaben für die Reichweite sind unter Idealbedingungen. Da schaffen z.B. der Bimie oder die Horwin auch mit einem Akku um die 100 km herum.

      Made in Germany – Ja, aber das muss in diesem Falle kein Pluspunkt sein. Die Chinesen haben da bei Elektrorollern leider Jahre praktischen Vorsprung.

      Um es nicht falsch zu verstehen: Der Kumpan wäre auf meiner Entscheidungsliste ganz weit oben angesiedelt. Er bietet mir jedoch leider keinen Vorteil, der diesen hohen Aufpreis gegenüber Bimie, Horwin & Co. rechtfertigen würde.

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