Vorsorglich mache ich mich schon auf die Suche nach einem neuen E-Bike zum entspannten Radeln im nächsten Jahr

Specialzed Turbo Como 4.0 | Foto © Specialized
Specialzed Turbo Como 4.0 | Foto © Specialized

Ich werde mir ein komfortables E-Bike zum entspannten Radeln in Wien und Umgebung gönnen. Mit Riemenantrieb und Nabenschaltung – das ist Voraussetzung. Um für mich passende Modelle zu finden, stellte ich zuerst meine Wünsche zusammen und sehe mir schon passende Modelle an …

Ich war in den letzten Jahren mit einem elektrischen Vello Bike+ Klapprad unterwegs. Kompakt, leicht, wendig, super zu transportieren. Ideal für “kurze” Wege (kompakter Akku) in der Stadt auf asphaltiertem Untergrund (brettlhartes Fahrwerk). In der letzten Saison entwickelte ich Freude an ausgiebigeren Ausfahrten. Da ich das weiterhin machen will, war mehr Komfort unerlässlich. Da sich eine spontane Möglichkeit ergab, verkaufte ich das Klapprad und begab mich auf die Suche nach einem größeren, bequemeren E-Bike mit stärkerem Akku. Für die kommende Saison, d.h. Lieferung im Frühjahr 2023.

Angemerkt: Da sich der Begriff E-Bike gegenüber Pedelec umgangssprachlich durchgesetzt hat, verwende ich ihn auch hier. Gemeint ist ein Fahrrad, das beim Treten - bis zu 25 km/h - elektrisch unterstützt.

Ich werde mit dem E-Bike ausschließlich auf leichtem Terrain (befestigte Radwege, wenige Feld- und Waldwege, manch Steigungen) unterwegs sein. Aus purem Vergnügen. Zum Fahren bei Schönwetter, zum Cruisen (sportliches Fahren ist für mich nicht mehr von Interesse), zum Entspannen, zum Genießen der Natur, zum Einkaufen. Somit kommt es aus der Kategorie City oder Trekking.

Das E-Bike soll künftig zusammen mit meinem Elektro-Roller und Öffis möglichst viele Fahrten mit dem Auto (solange ich es noch habe / brauche) in der Stadt ersetzen. Und unser für nächstes Jahr geplanter Umzug in die Gegend Alte Donau / Neue Donau / Prater eröffnet dann viele weitere Möglichkeiten direkt ab der Haustür. Vom Budget her lasse ich daher ausreichend Luft nach oben – dazu komme ich dann noch.

Der für mich wichtigste Punkt: Ich muss mich am Rad wohlfühlen

Ich will – als Generation 60+ – schon gemütlicher unterwegs sein. Es muss eine Federung an der Vordergabel und am Sattel vorhanden sein. Der Lenker muss verstellbar sein, denn ich möchte eine aufrechtere Haltung beim Radeln einnehmen. Eine hochwertige Verarbeitung versteht sich ohnehin von selbst.

Bei der Farbe bin ich offen – Schwarz, Weiß, Blau, Grün, Gelb, Rot. Solange es nicht Rosa ist *grins.

Da ich das E-Bike ganz selten heben werde, ist das Gewicht nicht so entscheidend. Da ich weniger als 85 Kilogramm wiege, ist die Maximallast kein Thema. Was unbedingt dabei sein sollte, das ist eine Schiebehilfe.

Beim Rahmen bevorzuge ich einen Tiefeinsteiger. Das ist – speziell in der Stadt – angenehmer. Zudem werde ich auch nicht jünger und das Rad soll für viele Jahre passend sein.

Sollte der standardmäßig montierte Sattel meinem Hinterteil nicht bequem genug sein, dann ersetze ich ihn durch ein komfortableres Modell. Das ist ruckzuck erledigt.

Kalkhoff 5.B. Excite+ | Foto © Kalkhoff
Kalkhoff 5.B. Excite+ | Foto © Kalkhoff

Motor mit ausreichend Drehmoment, wartungsarme Nabenschaltung, Riemenantrieb, Scheibenbremsen

Obwohl es ein E-Bike für die Stadt ist, will ich einen Motor mit ausreichend Drehmoment. So ab 70 Nm. Besser haben als vermissen. Falls doch mal eine Steigung kommt. Beim Hersteller bin ich offen – Bosch oder Brose wären fein.

Da ich vielleicht auch ohne elektrische Unterstützung fahren will / muss, sollte das ohne heftigen Widerstand möglich sein. Eine komplette Auskoppelung ist nicht notwendig. Was ich auf alle Fälle haben will, das ist eine Schiebehilfe. Sehr hilfreich, wenn es zum Beispiel steilere Rampen bei Stiegen hoch soll.

Da ich möglichst wenig Wartung am Rad machen will, ist eine Nabenschaltung mit Riemen eine Voraussetzung. Der Schaltvorgang erfolgt da nicht durch einen Umwerfer wie bei der Kettenschaltung, sondern unmittelbar in der Hinterradnabe. Gut geschützt und praktisch wartungsfrei. Dafür allerdings schwerer und teurer. Nebeneffekt: Dieser Wunsch schränkte die Auswahl an möglichen E-Bikes massiv ein.

Hydraulische, ordentlich zupackende Scheibenbremsen verstehen sich von selbst.

Entnehmbarer Akku mit Reserven bei der Reichweite

Wenn ich mit dem E-Bike unterwegs bin, dann sind es maximal 60 Kilometer, die ich auf einer Ausfahrt zurücklege. Ich fahre dabei als Erkenntnis der letzten Jahre manchmal mit geringer elektrischer Unterstützung und manchmal mit voller Leistung. Meistens irgendwo dazwischen. Daher bevorzuge ich gleich einen stärkerem Akku mit Reserven, damit ich seltener laden muss. Denn ich werde bei unter 40% Akkustand immer leicht “unrund”. Nicht nur beim E-Bike oder beim Elektroroller. Somit wird es ein Akku mit >500 Wh. Schnellladen ist dabei nicht unbedingt notwendig.

Der Akku muss – bevorzugt nach oben – entnehmbar sein. Aus zwei praktischen Gründen: Wenn ich künftig das E-Bike vielleicht in einer absperrbaren Rad-Garage parke, kann ich den Akku zum Laden mit in die Wohnung nehmen. Und ich kann ihn sicherheitshalber einstecken, wenn ich das Rad zwischendurch abstelle.
Der Akku soll im Rahmen integriert und versperrbar sein. Zudem sollte auch das direkte Laden ohne Entnahme des Akkus möglich sein.

Riese & Müller Nevo E-Bike | Foto © Riese & Müller
Riese & Müller Nevo E-Bike | Foto © Riese & Müller

Beim Bildschirm habe ich minimalistische Anforderungen

Die Bedienung (hauptsächlich die Wahl der Leistungsstufe) soll direkt am E-Bike erfolgen. Eine App benötige ich dabei nicht. Am Bildschirm genügt mir die Anzeige der aktuellen Geschwindigkeit, der Unterstützungsstufe und des Akkustands. Alle anderen Daten wie zurückgelegte Kilometer, Zeiten, Strecke, Höhen, durchschnittliches Tempo u.s.w. erfassen nebenher iPhone und Watch. Das Navi läuft bei Bedarf – wie bisher – am iPhone, das wieder bombenfest in einer Halterung von SP Connect stecken wird – die hat sich in den letzten Jahren bestens bewährt.
Ich sah da schon mehrere Möglichkeiten und das kompakte Bosch Intuvia würde ausreichen.

Gepäckträger mit Klicksystem, helle Beleuchtung, Kabelstränge

Der Gepäckträger sollte mit einem Klicksystem ausgestattet sein. Bevorzugt von MIK oder Racktime, da hier das Angebot an Körben und Taschen vielfältig ist. Die Tragelast ist dabei nicht so entscheidend, da ich auf Ausflügen wenig “Gepäck” mithabe und auch am Markt oder beim Bauern nicht kiloweise einkaufe.

Ich fahre zwar sehr selten in der Nacht oder bei Dämmerung, aber eine gute Beleuchtung ist dennoch Pflicht. Somit eine helle LED-Frontleuchte und ein LED-Rücklicht, das vielleicht gleich im Gepäckträger integriert ist.

So nebenbei: Ein stabiler Seitenständer und Schutzbleche sollen ebenso am Rad montiert sein.

Was ich vor den Besichtigungen nicht so beachtete, das waren die Kabel. Bei den “günstigeren” Modell hängen die ordentlich in der Gegend herum. Bei den hochwertigeren Modell sind die viel dezenter im Rahmen untergebracht. Kein Muss, aber fürs Auge doch ansprechender.

Das teure E-Bike wird dann bestmöglich geschützt

Gleich nach dem Kauf werde ich in einen ordentlichen Schutz gegen flotten Diebstahl investieren:

• Rahmen und Hinterrad werden über ein kompaktes Kryptonite New York Fahgettaboudit Bügelschloss gesichert. Das dürfte wohl eines der derzeit besten Schlösser am Markt sein. Zudem erfüllt es alle Voraussetzung für eine Versicherung.

• Als einfachen Basisschutz zur Diebstahlabschreckung werde ich eine ABUS Alarmbox 2.0 montieren. Ergänzt um eine IvyTex Einsteckkette. Das dient als Alarmanlage sowie als Verbindung zwischen Rahmen und Vorderrad. Wenn das Rad schon ein Rahmenschloss haben sollte, dann verzichte ich auf die Alarmbox und hole mir das IvyTex einzeln.

• Die montierte Fahrradklingel wird durch die AirBell ersetzt, denn die bietet einen unauffälligen Platz für einen Apple AirTag. Eine kostengünstige Ergänzung nach dem Motto: Hüft’s nix, so schodt’s nix.

• Das Allerwichtigste: Ich werde sofort eine E-Bike Versicherung abschließen – entweder bei hepster oder Wertgarantie. Die greift bei Beschädigung, Verschleiß und Diebstahl. Mit Schutz bei Elektronik- und Akkuschäden. Mit Schutz bei Unfall-, Sturz- und Transportschäden. Mit Entschädigung zum Neuwert ohne Selbstbeteiligung. Die Kosten dafür sind abhängig vom unrabattierten Kaufpreis des E-Bikes inklusive Zubehör. Aus meiner Sicht eine beruhigende Ausgabe.
Auf kostenpflichtiges GPS-Tracking verzichte ich, denn ich sehe darin keinen Vorteil. Subjektiv bekundet.

• Ich warf schon einen kurzen Blick auf Hexlox. Das ist ein kleiner, magnetischer Edelstahleinsatz, der in den Hohlraum der bereits vorhandenen Innensechskantschraube eingesetzt wird. Laufräder, Sattel, Sattelstütze, Gabel und Vorbau lassen sich sich so gegen Gelegenheitsdiebstahl sichern. Das passiert magnetisch mit einem speziellen, persönlichen Schlüssel. Wo es möglich ist, werde ich das vermutlich anbringen.

QWIC Premium Q E-Bike | Foto © QWIC
QWIC Premium Q E-Bike | Foto © QWIC

Und so geht’s weiter

Die bisherigen Probefahrten krempelten meine ursprüngliche Vorstellung etwas um. Gar nicht so sehr was die Technik betrifft, sondern vielmehr die Qualität, die Optik, die Wertigkeit einzelner Komponenten, den Komfort. Ich dachte vorher, dass so ein E-Bike um die 3.500 Euro (das war mein ursprüngliches Budget) ohnehin perfekt sein müsste. Erst als ich unterschiedliche Modelle nebeneinander begutachtete, sah / spürte ich die Unterschiede. Obgleich ich das ja eh seit Jahrzehnten vom Autokauf her kenne. Da der Wohlfühlfaktor für mich ganz wichtig ist, erhöhte ich das Budget gleich auf 5.000 Euro.

Wie schon eingangs erwähnt, ist in Zeiten wie diesen manch Verfügbarkeit problematisch. Ich weiß, dass dies ob der aktuelle Situation rundherum ein Luxusproblem ist. Da ich nicht unter Zeitdruck stehe, werde ich das so bestellen, damit ich mit dem E-Bike im Frühjahr oder Sommer 2023 unterwegs sein kann. Wenn nichts Dramatisches dazwischen kommen sollte.

Ich werde euch hier im Blog auf dem Laufenden halten, welches E-Bike ich mir dann wirklich gönnte. Vier schafften es in die engere Wahl: Kalkhoff (Image 5.B), Specialized (Turbo Como), Riese & Müller (Nevo vario) und QWIC (Premium Q).

2 Kommentare

  1. Hallo Helmut,
    ich kann aus eigener Erfahrung QWIC (Premium i7)empfehlen – erfüllt glaube ich alle deine Anforderungen. Lieferzeit 2 Wochen, 5 Jahre Garantie.
    LG Martin

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