Meine Hausbank = Erste Bank, als Nebenkonto = N26 – ein persönlicher Vergleich

Debit Mastercard | Foto © Erste Bank und Sparkassen
Debit Mastercard | Foto © Erste Bank und Sparkassen

Die Erste Bank ist seit ein paar Jahren meine Hausbank, wo ich höchst zufrieden bin. Sowohl privat als auch beruflich. Ein Nebenkonto habe ich bei N26 – mehr als Neugierde als aus Notwendigkeit. Da ich schon öfters danach gefragt wurde, machte ich nun einen persönlichen Vergleich aus der Praxis …

Damit es halbwegs objektiv abläuft, steht auf Seiten der Erste Bank das s Kompakt Online-Girokonto und bei N26 ist es das Smart-Konto. Denn diese beiden Konten haben die höchste Schnittmenge. Dazu gehören beispielsweise eine Debit Mastercard mit 3D Secure, die Unterstützung für Apple Pay, leiwande Apps sowie die notwendigen Funktionen für den Zahlungsverkehr. Die Unterschiede liegen im Detail und kommen auf die eigenen Anforderungen und Wünsche an.

Kurzer Exkurs: N26 hat auch ein kostenfreies Konto mit einer Debit Mastercard. Das eignet sich bestens als Zweitkonto. Als Hauptkonto würde ich es nicht nehmen, da die gratis Möglichkeiten doch sehr eingeschränkt sind und am Ende des Monats die Spesen wohl überwiegen.

Update Mai 2022: Ich wechselte beim Zweitkonto von N26 zu Tomorrow. Für einen nachhaltigeren Ansatz

Debit Mastercard mit unterschiedlichen Services – plus die Kosten

Beginnen wir gleich bei den Jahreskosten für die beiden Konten. Bei Veröffentlichung dieser Geschichte verlangte N26 ungefähr 60 Euro für Smart, die Erste Bank etwa 36 Euro für s Kompakt. Was noch anzumerken wäre: Bei der Erste Bank gibt’s für Neukunden immer wieder diverse Aktionen wie Gutscheine, Leistungen im ersten Jahr gratis sowie Vergünstigungen. Darauf verzichtet N26. Die Erste Bank hat zudem einen Karten-Airbag inkludiert, wo bei missbräuchlicher Verwendung der erlittene Schaden zur Gänze – ohne Selbstbehalt – ersetzt wird. Voraussetzung ist selbstverständlich die sorgsame Verwahrung von Karte und Code.

Wenn ich jetzt bei der Erste Bank eine Kreditkarte (egal ob Mastercard Gold oder Visa Gold) mit Versicherungsschutz dazunehme, dann kommen im Jahr nochmals etwa 65 Euro dazu. Macht dann zusammen ein bisserl über 100 Euro. Vergleichend wäre dann N26 You um ungefähr 120 Euro jährlich.

Debit Mastercard | Foto © N26
Debit Mastercard | Foto © N26

Einen Vorteil liefert N26 für alle, die häufig in Fremdwährungen bezahlen und/oder in einem Nicht-Euro-Land Geld abheben. Denn N26 verrechnet weltweit – bei den bezahlten Konten – weder Gebühren bei Bargeldabhebungen (abgesehen von Spesen, die der Betreiber des Geldautomaten eventuell verlangt) noch hebt sie Wechselkursgebühren beim Bezahlen in Fremdwährungen ein. Da schaut es bei den anderen Banken (nicht nur bei der Ersten) ganz anders aus. Die Kosten lassen sich jederzeit selbst mit dem Bankenrechner der AK errechnen. Zwei Beispiele: Bei umgerechnet 100 Euro Bargeldabhebung in Fremdwährung werden bei der Debit Mastercard 3,31 Euro Spesen verrechnet, bei Visa / Mastercard schon über 5 Euro. Bezahle ich mit der Karte umgerechnet 100 Euro in Fremdwährung so liegen die Spesen bei 1,85 Euro (Debit) bzw. 1,50 Euro (Kreditkarte).
Somit kann sich jeder selbst ausrechnen, ob sich die Mehrkosten der Kontoführung bei N26 über diese Spesen rechnen oder nicht.

Wenn ich allerdings Geld in einem Nicht-Euro-Land abhebe, wo die Erste Bank tätig ist, dann erspare ich mir ebenso die Spesen. Das gilt beispielsweise in Kroatien, Tschechien, Rumänien, Ungarn, Serbien und Montenegro.

Die Apps gefallen mir beide

Wie einem ein Produkt gefällt oder nicht, das ist ein subjektiver Punkt. Das trifft auch auf die beiden Apps zu. Ich bin sowohl mit George als auch mit N26 zufrieden. Beide Apps liefern Zugriffsschutz (Finger oder Gesicht), sorgen bei jeder Transaktion für eine Push-Nachricht, kategorisieren automatisch die Ausgaben, haben zahlreiche Einstellmöglichkeiten (z.B. Limits, Sperren) und zeigen alle Kontobewegungen.

Eine Bequemlichkeit hat N26 jedoch noch gegenüber George: Ich kann direkt Spaces (Unterkonten) anlegen, d.h. bis zu zehn Unterkonten, die sich auch teilen lassen. Ganz nützlich für mich, da ich zum Beispiel die Budgets für meine Kulinarikreisen getrennt haben will. In George wird dies über selbst festlegbare Hashtags umgesetzt. Damit lassen sich dann Transaktion versehen und so eigene Kategorien erstellen. Geschmackssache.

Beide Banken bieten zusätzliche Finanzprodukte an. N26 derzeit Dispokredit & Sparen, die Erste Bank liefert ein weitaus umfangreiches Portfolio. Eingeteilt in die Kategorien Sparen & Anlegen, Kredit & Finanzieren sowie Vorsorgen & Versichern. Punkte, die nach den eigenen Bedürfnissen zu bewerten sind.

Wie ich mit der Bank Kontakt aufnehmen kann

Ein Pluspunkt von traditionellen Banken gegenüber N26 ist sicherlich der persönliche Kontakt in einer Filiale oder am Telefon – wenn man dies benötigt. Bei N26 werden E-Mail und Chat geboten. Für mich schaut das so aus: In 99% der Fälle brauche ich keinen persönlichen Kontakt. Aber fürs restliche 1% und für ein noch besseres Gefühl möchte ich es dennoch nicht missen.

Was bei N26 fehlt, dass sind eigene SB-Geräte. So sind Bargeldeinzahlung zum Beispiel nur mit Cash26 möglich. Das sollte man auch im Auge behalten, wenn man das öfters machen will.

Erste Bank vs. N26 – mein Fazit

Die Erste Bank bleibt weiterhin meine Hausbank mit dem Hauptkonto. Sie bietet für mich das passendere Gesamtpaket. Bei N26 genügt mir die gebührenfreie Variante ohne zusätzliche Services. Ist für mich ein klassisches Nebenkonto, das keine Kosten verursacht.