Herausfordernd: FlowRow Balance Board für den WaterRower – für noch mehr Abwechslung beim Rudern

FlowRoad Board unterm WaterRower | Foto © Helmut Hackl
FlowRoad Board unterm WaterRower | Foto © Helmut Hackl

Im November letzten Jahres gönnte ich mir für zu Hause einen WaterRower. Ein elegantes Rudergerät aus Holz, das die Gegebenheiten auf dem Wasser simuliert. Seitdem bin ich begeistert davon und schon über 200 Kilometer Kilometer gerudert. Für noch mehr Abwechslung und Spaß bestellte ich ein FlowRow Balance Board dazu …

Der WaterRower (zu meinem Praxisbericht) wird einfach mit seinen Stellfüssen (vorne und hinten) auf die passenden Ausnehmungen der beiden FlowRow Boards d’raufgestellt. Ohne zusätzliche Montage. Die einzige Funktion der Bretter ist es, für Unruhe zu sorgen. Als Ruderer muss ich dabei einen ausgeglichenen Bewegungsrhythmus schaffen, damit das “Ruderboot” nicht zu schaukeln beginnt.
So nebenbei: Das Board ist auch in einer Version fürs Concept 2 Rudergerät erhältlich.

Die Mechanik dahinter ist ganz simpel. Die beiden Boards aus Massivholz besitzen ein bewegliches Mittelstück mit einer Feder drinnen. Konzentriert man sich als Ruderer jetzt nicht auf einen sauberen Schlag, so bringt dies das Rudergerät beidseitig in eine Schieflage. Ziel ist es, eine präzisere Rudersimulation zu erlernen. Wie in einem echten Rudereiner, wo ebenso das seitliche Gleichgewicht gehalten werden muss. Positiver Nebeneffekt: Trainiert werden dabei ergänzend die Tiefenmuskulatur der Körpermitte (wichtig für die Rumpfstabilisierung) und die Koordination.

FlowRoad Board | Foto © Helmut Hackl
FlowRoad Board | Foto © Helmut Hackl

Apropos Tiefenmuskulatur: Unser Körper aktiviert und trainiert auf instabilen Unterlagen (wie solch ein Balance Board) automatisch die stabilisierenden Muskeln, um die Balance zu halten. Die daraus resultierenden Vorteile: Die Wahrscheinlichkeit von Rückenschmerzen wird dadurch erheblich gesenkt und die Körperhaltung verbessert sich automatisch.

FlowRow ist ein komplettes Konzept

Andreas Pirscher, der Gründer von FlowRow, ist ehemaliger Leistungsruderer und zweimaliger deutscher Meister. Er weiß, wovon er spricht und was er zeigt. FlowRow ist ein abwechslungsreiches, schonendes Ganzkörper-Training mit fließenden, dynamischen Bewegungen und hohem Kalorienverbrauch. Das Board ist ein Teil des Konzepts. Darüber hinaus gibt es noch Kurse, Workouts (ich wußte vorher gar nicht, was neben “normalen” Rudern noch so alles möglich ist) sowie eine passende App (zur der komme ich dann gleich extra).

FlowRoad Board unterm WaterRower - maximale Schräglage | Foto © Helmut Hackl
FlowRoad Board unterm WaterRower – maximale Schräglage | Foto © Helmut Hackl

Ein wählbarer Schwierigkeitsgrad – plus Extras

Es werden zwei idente Boards geliefert – für vorne und hinten. Die Abmessungen betragen je 40x25x8,5 cm, das Gewicht liegt bei etwa 7 Kilogramm. Beim Massivholz stehen Schwarz, Eiche und Buche zur Auswahl. Ich entschied mich für Eiche.

Zur Wahl stehen fünf Schwierigkeitsgrade: Training, Training Plus, Challenge, Pro, Ultra. Die passende Ausführung wird über eine Tabelle auf der Webseite abhängig vom Körpergewicht und Balancegefühl (selbst einzuschätzen) ermittelt. Angeboten werden dann eine bequemere und eine sportliche Variante. Bei mir waren das Challenge und Pro. Ein Tipp wurde mir von Andreas gleich gegeben: Man sollte sich nicht selbst überschätzen und lieber die bequemere Schwierigkeitsstufe andenken. Daran hielt ich mich und entschied mich für Challenge.

FlowRoad Board | Foto © Helmut Hackl
FlowRoad Board | Foto © Helmut Hackl

So nebenbei: WaterRower selbst bietet in seinem Shop ebenfalls dieses FlowRow Balance Board an. In Lizenz. Ausschließlich in Schwarz und in der leichtesten Schwierigkeit “Training”.

Erhältlich ist zusätzlich ein “Replacement Kit”, das ich gleich mitbestellte. Dabei wird dann der Federkern getauscht, d.h. der Schwierigkeitsgrad geändert. Das lässt sich selbst erledigen, erfordert aber ein bisserl Aufwand. Gedacht ist das für die einmalige, permanente Änderung und nicht fürs tägliche Umbauen. Hier nahm ich vorsorglich gleich Pro, denn es kann mit meinen Leistungen ja nur bergauf gehen.
Erhältlich als Einzel- oder Doppelpack – kostet zwischen 25 und 50 Euro.

FlowRoad Board - Replacement Kit | Foto © Helmut Hackl
FlowRoad Board – Replacement Kit | Foto © Helmut Hackl

Die mechanische Belastung auf den WaterRower soll geringfügig anders sein. Bei sachgemäßer Verwendung ist keine merkliche Abnutzung zu erwarten. Eine Haftung schließt der Hersteller auf alle Fälle aus. Damit kann ich leben.

Der allerwichtigste Tipp: Langsam starten!

Das Rudern mit so einem Board unterscheidet sich stark vom dem eines statischen Geräts. Muskeln, Sehnen und Bänder müssen sich erst daran anpassen. Das braucht Zeit. Daher nicht gleich voll loslegen, sondern gemütlicher beginnen und sich langsam steigern. Denn sonst können gesundheitliche Beschwerden wie zum Beispiel Rückenschmerzen auftreten. Diesen Rat beherzigte ich selbstverständlich. Und es war ein guter Rat!

FlowRoad Board - Gummi-Pads | Foto © Helmut Hackl
FlowRoad Board – Gummi-Pads | Foto © Helmut Hackl

Mitgeliefert werden auch acht Gummi-Pads. Die werden in einem der beiden Boards zwischen die Bretter gelegt, damit das Rudergerät nicht zu stark seitlich kippen kann. Speziell beim Eingewöhnen ist das sehr hilfreich. Ich startet da mit allen vorhanden Pads und reduzierte dann in Einzelschritten. Eine weise Entscheidung.

FlowRow App – ergänzende Workouts im Monatsabo

Wie schon eingangs erwähnt gibt’s auch eine passende App. Mit zusätzlichen Workouts, die mit einem Rudergerät (getrennt nach WaterRower und Concept 2) möglich sind. Für ein spannendes und abwechslungsreiches Ganzkörpertraining. Die App ist für Android-Smartphones und fürs iPhone erhältlich – auf Englisch und geplant auch auf Deutsch. In der Gratis-Basisversion mit Demos. Im Abo mit Trainings- und Coaching-Videos – um knapp 10 Euro pro Monat oder 90 Euro jährlich. Fein wäre hier noch eine Version fürs iPad.

FlowRow Übungsvideos von Andreas Pirscher | Foto © FlowRow
FlowRow Übungsvideos von Andreas Pirscher | Foto © FlowRow

Die App steht erst am Anfang und bietet noch wenige Übungen. Jeweils mit Videos aus den Bereichen Warm Up, Core Strenght, Coordination, Flow, Dynamics sowie Cool Down & Stretching. Lieblingsübungen lassen sich herunterladen, für individuelles Training steht “Mix & Match” bereit. Versprochen werden regelmäßig neue Videos.

Da sich die App sieben Tage lang gratis ausprobieren lässt, absolvierte ich alle verfügbaren Workouts mit dem WaterRower, der am FlowRow Board steht. Die Übungen waren abwechslungsreich, herausfordernd und machten Spaß. Ich lernte dabei jede Menge neue Sachen, die mit einem Rudergerät noch möglich sind. Beeindruckend und motivierend von Andreas vorgeführt. So macht das riesig Spaß und bringt Abwechslung ins Training. Auf alle Fälle empfehlenswert.

FlowRow-App am Smartphone

Angemerkt: Für manche dieser Übungen sind leichte Kurzhanteln praktisch. Da ich auf Hingucker-Produkte stehe, bestelle ich mir zwei Swing Hanteln (je 2kg) von WaterRower / NOHrD. Denn die passen wunderbar zum eleganten Rudergerät.

Meine Meinung zur App: Derzeit würde ich bei Interesse die App nur kurz abonnieren und dann nach in ein paar Monaten vielleicht nochmals. Denn das Angebot ist wie erwähnt noch sehr übersichtlich. Ich bin da schon neugierig, was sich Andreas noch so alles an Übungen einfallen lässt, die mir die 90 Euro pro Jahr schmackhaft machen.

Meine persönlichen Erfahrungen aus der Praxis mit dem Board

Die ersten paar Kilometer waren eine heftige Herausforderung. Da war volle Konzentration angesagt. Und es hat sich gezeigt, dass die Empfehlungen, über die ich schon weiter oben erzählte, sehr hilfreich waren. Die Selbstüberschätzung war zweifelsohne vorhanden. Dieses empfohlene Schritt-für-Schritt-Herantasten an die neuen Kippbewegungen war für mich essentiell. Sowohl für die Koordination als auch dafür, dass sich die Tiefenmuskulatur daran gewöhnen kann. Eine goldrichtige Entscheidung.

FlowRoad Board unterm WaterRower | Foto © Helmut Hackl
FlowRoad Board unterm WaterRower | Foto © Helmut Hackl

Ich habe ein halbwegs passables Balancegefühl, das ich auch regelmäßig übe. Zum Beispiel auf einem Bein stehen beim Zähneputzen, Gleichgewichtsübungen mit einem Gymnastikball oder einem Balance Board. Das Kippen des FlowRow Boards beim Rudern empfand ich die ersten paar Mal dennoch als ganz andere Herausforderung. Kein großartiges Problem, aber es bedarf doch zusätzlicher Konzentration und Zeit.

Was auch noch dazukam: Anfang hatte ich etwas Unsicherheit, was das Kippen betrifft. Da stimmte die Koordination vorne und hinten nicht. Geholfen haben mir da die Gummi-Pads zur Einschränkung des Kippwinkels, um diese notwendige Sicherheit zu lernen. Zu Beginn lagen alle acht Pads drinnen, die ich dann im Laufe der Zeit einzeln entfernte.

Einen leiwanden Tipp von Andreas möchte ich hier noch ergänzen, der mir sehr geholfen hat: “Je weniger Du bewusst ans Balancieren beim Rudern denkst, desto besser. Das ist leichter gesagt als getan. Warum ist das so? Weil wir nicht an Nichts denken können. Aber wir können unsere Gedanken auf die Dinge lenken, die uns beim Rudern helfen. Wir sind also fokussiert, aber nicht zu bemüht, sondern interessiert, neugierig.” Sobald sich meine Bewegungen mühelos anfühlen, weiß ich, dass ich es geschafft habe.

Was anfangs ganz hilfreich sein kann, das ist eine Wasserwaage oder ein Neigungsmesser. Ich habe da eine kleine Wasserwaage aus Acryl, die für diesen Zweck ausreichend ist. Das half/hilft mir besser zu erkennen, wie gerade das Rudergerät steht. Ich hätte dafür auch eine App am Smartphone verwenden können, aber dort läuft schon die SmartRow-App.

FlowRow Board – mein Fazit

So ein FlowRow Board ist leiwand für alle, die noch mehr Spaß am Rudern haben wollen. Den größten Effekt sehe ich im gleichzeitigen Training von Ausdauer, Kraft und Koordination. Durch Aktivieren der Tiefenmuskulatur verbessert sich zudem meine Körperhaltung und die Gesundheit des Rückens. Ich bin begeistert und rudere jetzt mit noch mehr Vergnügen als vorher.

Einen kleinen “Nachteil” möchte ich nicht unerwähnt lassen. Das Board lässt sich vorher nicht ausprobieren. Außer man will die Basisversion, die WaterRower direkt anbietet, ausprobieren. Wenn der Importeur oder ein Händler sie vorführbereit im Geschäft hat.

Bei Interesse: Der Preis vom FlowRow Board liegt bei 249 Euro. Frei Haus inklusive verzollter und versteuerter Lieferung.

2 Kommentare

  1. Das ist ein wirklich schickes Teil 👍 und bringt den ganzen Körper in Bewegung. Hoffentlich kenterst Du nicht mit den neuen Zusatzteilen 😋😇

    Weiterhin einen ruhigen Schlag!
    Gruß Gerd

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.