[Update – neuer Controller] Baba Benzin, Servus Strom: Horwin EK3 – mein neuer Elektroroller

Horwin EK3 Elektro-Roller | Foto © Helmut Hackl
Horwin EK3 Elektro-Roller | Foto © Helmut Hackl

Ich verkaufte dieser Tage meine Vespa, um auf einen Elektroroller umzusteigen. Baba Benzin, Servus Strom. Nach einigen Probefahrten entschied ich mich für den EK3 von Horwin, eine austro-chinesische Marke mit Sitz im heimischen Kammersdorf …

Update Freitag, 26.3
Die erste Erfahrung war leider gleich negativ. Nach exakt 14 Kilometer gab die Elektronik den Geist auf. Kompletter Stillstand. Zufälligerweise fuhr Arno von Bikemite gerade zurück ins Büro und schleppte den Roller gleich ab. Mal sehen, woran es lag. Kann passieren – schafft aber kein großes Vertrauen in die Marke. Aber vielleicht folgen der verpatzten Probefahrt dann viele problemlose Jahre.
Update Freitag, 2.4
Der Horwin-Support spielte ein Software-Update auf. Das brachte aber keinen Erfolg. Nach zwei Kilometern blieb der Roller wieder stehen. Nächster Versuch: Gleich nach Ostern.
Update Mittwoch, 7.4
Der bemühte Horwin-Support diagnostizierte nun, dass der Fehler vermutlich beim Akku, bei der Akkuspannung liegt. Deshalb wird ein neuer Akku geliefert.
Update Freitag, 9.4
Mit einem neuen Akku machte ich gleich eine Ausfahrt. War aber eine kurze Runde, denn der Roller hatte nach wenigen Kilometern den selben Fehler. Da ich meine Route schon strategisch wählte, konnte ich den Hügel bis zum Händler runterrollen und musste nicht schieben. Nächster Versuch dann in der kommenden Woche. Schön langsam werde ich ungeduldig. Gut, dass das Wetter eh nicht passt.
Update Montag, 12.4
Es wird in den nächsten Tagen der Controller getauscht. Das ist die letzte Möglichkeit. Denn wenn dann der Fehler noch immer nicht behoben ist, dann endet auch meine Geduld und es wird Plan B (Rückabwicklung Kauf, Neuanschaffung Bimie Grazie Sport) aktiv werden. Stress machte ich dabei keinen, denn diese Woche kehrt in Wien eh der Winter zurück.
Update Donnerstag 16.4
Der neue Controller wurde eingebaut und sobald das Wetter in Wien wieder besser wird, macht der Händler ein paar Testfahrten. Ich hoffe, es passt nun.
Ergänzend möchte ich noch anmerken, dass Arno von Bikemite ein tolles Service bietet. Er steht als Händler da leider dazwischen und ist von Horwin abhängig. Die sind zwar auch sehr bemüht und reagieren flott, aber wenn sie den Fehler nicht finden, dann ist das leider nur eine Randnotiz.
Update Montag 19.4
Die ersten Testfahrten von Bikemite verliefen positiv. Ich werde mir deshalb meinen EK3 am Mittwoch holen und ausgiebig fahren.
Update Mittwoch, 21.4
Ich war heute länger unterwegs und es traten keine Probleme auf. In den nächsten Tage düse ich dann quer durch Wien. Ich hoffe, dass nun alles passt.

Bei einem Elektroroller sind für mich drei Sachen kaufentscheidend: Er muss aus der 125er Klasse (maximal 15 PS / 11 kW) sein, damit ich ihn mit dem B111 fahren darf. Er muss mindestens 70 km/h schnell sein – damit ich in der Vorstadt kein Hindernis bin. Der Akku muss entnehmbar sein, darf maximal 20 kg wiegen und sollte in der Stadt eine realistische Reichweite von 70 Kilometer aufwärts liefern. Dies erfüllt der Horwin EK3.

Horwin EK3 Elektro-Roller | Foto © Helmut Hackl

Beschleunigung, Durchzug, Höchstgeschwindigkeit, Bremsen und Fahrmodi

Der Elektromotor (ein von Horwin entwickelter DC-Mittelmotor mit 6.200 Watt) hat eine Spitzenleistung von 6,2 kW (ca. 8,4 PS – 3,5 kW Nennleistung) bei einem maximalen Drehmoment von 195 Nm. Der Antrieb erfolgt über eine Kette. Was mir taugt, das ist das sanfte Surren während der Fahrt. Finde ich persönlich passend zu einem Elektroroller.

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei ungefähr 95 km/h, die Beschleunigung von 0-60 km/h wird mit 6 Sekunden angegeben – beides für mich mehr als ausreichend. Zur Auswahl stehen drei Fahrmodi: 45 km/h, 75 km/h und 90 km/h – jeweils mit unterschiedlichem Ansprechverhalten. Bei der untersten Stufe geht’s sehr gemütlich zu. In der Stadt würde ich da wohl meistens zwischen den beiden stärkeren Modi wechseln.

Horwin EK3 Akku | Foto © Helmut Hackl
Horwin EK3 Akku | Foto © Helmut Hackl

Vorhanden sind hydraulische, wohldosierbare Scheibenbremsen (CBS Öl-Kombisystem) vorne (14″ Räder) und hinten (13″ Räder). Jeweils mit doppelt hydraulischen Stoßdämpfern. Aufgezogen sind Vakuumreifen, d.h. mit Notlaufeigenschaften und einer längeren Lebensdauer.

Der Fahrkomfort ist für mich angenehm. Leichte Unebenheiten werden durch die vier Stoßdämpfer gut “gebügelt”. Positiv sehe ich auch das Handling und das geringe Gewicht. Leiwand: Wenn der Blinker betätigt ist, dann wird dies – wie im Auto – akustisch untermalt. Somit ist ein Vergessen schon unwahrscheinlicher. Manchmal sind es solche Kleinigkeiten, die dann so praktisch sind.

Fahrkomfort, Verarbeitung, Abmessungen und Gewicht

Die Abmessungen betragen 1.900×1.130×690 mm, die Sitzbankhöhe liegt bei 780 mm. Für meine Größe (182cm) ist der Sitzkomfort bequem. Obgleich ich damit eh keine größeren Distanzen zurücklegen werde, wäre das wohl gemütlich möglich. Einen Kritikpunkt habe ich jedoch: Die Stangen der beiden Spiegel sind sehr kurz geraten. Da sehe ich kaum an meinen Schultern vorbei, was sich hinter mir abspielt. Da werde ich mir auf alle Fälle zwei Spiegelverlängerungen (jeweils 8mm, Rechtsgewinde) kaufen und montieren.
Das Gesamtgewicht inklusive einem Akku beträgt etwa 114 Kilogramm, Die zusätzliche Nutzlast wird mit ca. 170 kg angegeben.

Horwin EK3 Anzeige
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Die Verarbeitung passt, denn während der Fahrt klapperte fast überhaupt nichts. Lediglich das Ablagefach vorne schloß nicht bündig. Ich hoffe, das war nur beim Testroller so. Klar ist auch: Plastik dominiert. Was fehlt, das ist eine ordentliche Bodenmatte. Abgesehen von möglichen Kratzern verschmutzt dort das Plastik sehr. Bei der Deluxe-Version ist die dabei und für die Standard-Version lässt sie sich nachrüsten. Was ich auch gleich machte.
So nebenbei: Der EK3 erhielt den Red Dot Design Award 2021 in der Kategorie Produktdesign.

Angelassen wird automatisch über einen elektronischen Schlüssel. Als zusätzlicher “Gag”: Zum Starten (und Abstellen) einfach über den Bildschirm streichen. Der Schlüssel mit Fernbedienung kann den Roller nicht nur starten, sondern auch Ausschalten und Verriegeln.

Horwin EK3 Elektro-Roller | Foto © Helmut Hackl

Herausnehmbarer Akku – Leistung, Reichweite und Handhabung

Der Lithium-Ionen Akku (von Samsung) ist entnehmbar und wiegt ungefähr 19 kg. Seine Leistung: 72V, 40Ah, ca. 2,9 kWh Kapazität. Damit sollen bis zu 100 km Reichweite drinnen sein – realistisch eher um die 60 bis 70 km herum. In der Stadt mehr, Überland weniger. Die volle Leistung steht dabei bis ca. 5% Restkapazität bereit, danach wird gedrosselt. Die maximale Ladedauer des Akkus beträgt 4 Stunden. Ein Kritikpunkt betrifft das Ladegerät: Das bläst ordentlich laut beim Laden.

Ein SOC-Überwachungssystem sowie Batterie-Managementsystem bieten Schutz vor Überladung, Entladung, Überspannung, Kurzschluss. Zudem wird die Temperatur überwacht. Versprochen werden mehr als 1.000 Ladezyklen ohne nennenswerten Verlust.

Bei Bedarf ist Platz für einen zweiten – optional um etwa 800 Euro erhältlichen – Akku. Den bestellte ich mir gleich dazu. Sicher ist sicher und der Preis dafür tadellos. Hinweis: Beide Akkus lassen sich nicht gleichzeitig anschließen. Was aber kein Problem ist: Bei Bedarf kurz stehenbleiben und umstecken. Ist ruckzuck erledigt.

Horwin EK3 Elektro-Roller | Foto © Helmut Hackl
Horwin EK3 Elektro-Roller | Foto © Helmut Hackl

Was so alles an Ausstattung dabei ist

• Unter dem Sitz ist ein Staufach. Ein Vollvisierhelm passt nicht hinein, ein kompakter Jethelm mit etwas Hineindrücken ja – bei einem Akku. Wenn ein zweiter Akku drinnen ist, dann bleibt nicht mehr viel Platz übrig.

• Am LC-Display werden die wichtigsten Informationen angezeigt. Zum Beispiel aktuelle Geschwindigkeit, Energieverbrauch, Akkustand, gefahrene Kilometer, Fahrmodus, Tempomat, Parken, Retourgang. Der Bildschirm ist auch in der Sonne gut ablesbar.

• Verbaut ist eine Voll-LED Beleuchtung mit “Coming Home”-Funktion (automatische Licht-Abschaltverzögerung) und Tagfahrlicht. Leuchtet sehr hell.

Horwin EK3 Kettenantrieb | Foto © Helmut Hackl
Horwin EK3 Kettenantrieb | Foto © Helmut Hackl

• Praktisch sind der Rückwärtsgang, der Tempomat, das Diebstahl-Warnsystem und die USB-Buchse zum Laden des Smartphones.

• Es sind mehrere Farben erhältlich: In der Standardversion stehen Rot, Weiß, Mattschwarz sowie Mattgrau zur Auswahl, bei Deluxe Grau oder Dunkelblau. Ich entschied mich für Rot.

• Neben einem zweiten Akku stehen auch noch Windschild, Rack, Top Case, Smartphone-Halter, Fußmatte sowie GPS-Tracker auf der möglichen Zubehör-Liste. Zweitakku und Fußmatte bestellte ich gleich mit. Rack & Top-Case vielleicht irgendwann einmal.

• Bei der Ausstattung Deluxe gibt’s (kostet 200 Euro Aufpreis) sind zusätzlich eine Ledersitzbank, Lederhandgriffe, verchromte Außenspiegel, eine Fußmatte sowie Metallic-Lackierung dabei.

• Das User Manual ist ausschließlich auf Englisch. Wo immer das Problem an einer deutschen Übersetzung hapert, weiß ich nicht. Das Handbuch ist zudem nicht sehr professionell verfasst und es fehlen manche Punkte (z.B. die Farbringe am Display).

Horwin EK3 – mein erstes Fazit

Teilweise aus Österreich, ausreichend Leistung, umfangreiche Ausstattung, elegantes Aussehen, fairer Preis. Ich freue mich schon auf den Horwin EK3 als meinen neuen Elektroroller. Der Preis liegt derzeit bei 4.490 Euro (4.690 Euro für Deluxe) plus optional 800 Euro für einen zweiten Akku. Mit Förderungen günstiger. Ich kaufte ihn mir bei Bikemite, gleich bei mir um’s Eck.

10 Kommentare

  1. Hallo Helmut,
    Würde mich freuen, wenn du nach der Probefahrt kurz berichten würdest. Fahre nämlich aktuell auch eine LX125 und liebäugele als Nachfolgemodell
    mit einer elektro Variante.
    Gruß Uwe

  2. Man sollte erwähnen, dass Horwin EK3 über einen Mittelmotor mit Zahnriemen- bzw Kettenantrieb verfügt.
    Das hat gegenüber dem Nabenmotor seine Vor- und Nachteile:
    + Günstigere Gewichtsverteilung
    + Besseres Anfahrdrehmoment
    – mehr Reibungsverluste und Motorgeräusche
    – erhöhter Verschleiß bzw Wartungsaufwand

  3. Hallo Helmut,
    habe heute meine Horwin EK3 abgeholt.
    Nach 125km blieb ich stehen, nichts ging mehr. Weisst du schon woran es bei dir lag?
    Grüße Uwe

  4. Ich habe seit gestern meine EK3 (auch in Rot:-)). Bislang keine Probleme, knapp 40km sind schon auf dem Tacho. Die Leistung ist für mich (ca. 75 kg) mehr als ausreichend, insbesondere in Stufe 3 zieht er zügig hoch. Die meisten Autos verschwinden im Rückspiegel :-). Ich drücke Dir die Daumen, dass mit Deinem EK3 noch alles gut wird.

    Viele Grüße aus Deutschland, Clemens

      1. Ich drücke Dir die Daumen, dass nun alles gut ist. Mit meinem EK3 habe ich schon problemlos über 200 km abgespult – macht Spaß 🙂

        Grüße nach Österreich, und nun allzeit gute Fahrt!

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