Aus Interesse abonniert: IDAGIO – Streaming-Dienst für klassische Musik

IDAGIO - Streaming-Dienst für klassische Musik
IDAGIO – Streaming-Dienst für klassische Musik

Da ich den letzten Wochen reichlich Freizeit hatte, nutze ich die gleich für ausgiebigen Musikgenuss. Ich bin da musikalisch offen und höre mir gerne – probeweise – die unterschiedlichsten Genres an. Vielleicht liegt es auch schon am Alter, aber ich entdeckte mein Interesse an klassischer Musik …

Services für Musik-Streaming gibt es jede Menge. Beispielsweise Spotify, Deezer, Apple Music, YouTube Music, Amazon Music, Tidal und so weiter. Die sind aber allesamt nicht auf Klassik ausgelegt. Das ist halt – im niedrigen einstelligen Prozentbereich – auch dabei. Finden (z.B. unterschiedliche Einspielungen eines Werkes) ist Glückssache, Entdecken eine Herausforderung.
Eben eine Nische, denn das sind nicht die primären Bedürfnisse der Abonnenten. Und die komprimierte Klangqualität möchte ich da noch gar nicht erwähnen.

Wer sich mit klassischer Musik beschäftigt / beschäftigen will, der wird an einem spezialisierten Streaming-Service nicht vorbeikommen. Zwei Anbieter buhlen da hauptsächlich um die Gunst der Interessenten: IDAGIO und Primephonic. Da sich beide Services 14 Tage gratis testen lassen, kann sich jeder sein persönliches Bild machen. Mir hat IDAGIO besser zugesagt – eine subjektive Wahl.

IDAGIO - Streaming-Dienst für klassische Musik
IDAGIO – Streaming-Dienst für klassische Musik

IDAGIO ist ein renommiertes Service aus Berlin. Der Name ist an die musikalische Tempo-Bezeichnung Adagio (gemütlich, langsam) angelehnt. Die wichtigste Info: Es sind nicht nur alle großen Labels (z.B. Deutsche Grammophon, Sony Classic oder Universal mit Decca) vertreten sondern auch viele kleine Labels. Ein paar Hundert an der Zahl. Gefühlt ist die komplette klassische Musik vertreten – in Summe über zwei Millionen Tracks.

Tonqualitäten: 160 kbps MP3/AAC, 320 kbps MP3/AAC oder FLAC

Neben dem umfassenden Angebot werden auch kuratierte Playlists und Empfehlungen von Experten geboten. Es stehen eine Suche im Gesamtkatalog (Aufnahmen vergleichen, Interpretationen durchstöbern, neue Alben finden), das Entdecken von Musik nach Stimmungen, das Anlegen eigener Sammlungen sowie eine Radio-Funktion bereit. Die Musik lässt sich sowohl online als auch offline hören und an gängige Systeme (z.B. Sonos, Burmester, Bluesound, AirPlay, Chromecast, Bluetooth) streamen. Zur Auswahl stehen zwei Qualitäten: 320 kbps MP3/AAC (komprimiert) oder FLAC (fast unkomprimiert). Getrennt einstellbar für Streaming und Downloads.

IDAGIO - Streaming-Dienst für klassische Musik
IDAGIO – Streaming-Dienst für klassische Musik

Es ist ein stark eingeschränkter “Free”-Plan vorhanden. Der ist allerdings nur zum Onlinehören, mit reduzierter Audioqualität (160 kbps MP3/AAC), mit Werbeunterbrechungen und ohne On-Demand Wiedergabe. Gut für einen ersten Überblick und zum Blättern im Katalog. Das “Premium+”-Paket (mit FLAC) kostet ungefähr 13 Euro monatlich – manchmal im Angebot um etwa 10 Euro. Das Premium-Paket (ohne FLAC) liegt bei etwa 10 Euro monatlich. Mit einem Gratis-Testzeitraum von 14 Tagen. Apps sind für Android, für iOS sowie für macOS und Windows da. Ich installierte die App am iPhone 11 und iPad Air 3.

14 Tage Premium kostenlos testen

Ich nutzte den 14-Tage-Gratistest mit FLAC, um herauszufinden, ob IDAGIO für mich am iPhone / iPad (meine beiden einzigen Wiedergabequellen) einen Mehrwert bietet. Dabei ging es mir im ersten Schritt (ich bin Klassik-Neuling) gar nicht um die Vielfalt des Angebots, sondern darum, ob ich den verlustfreieren Klang von FLAC gegenüber MP3/AAC überhaupt höre oder hören erlerne.

IDAGIO - Streaming-Dienst für klassische Musik
IDAGIO – Streaming-Dienst für klassische Musik

Das Probehören absolvierte ich auf vorhandenen Geräten: AirPods Pro Ohrhörer, B&W PX Wireless Kopfhörer, Beyerdynamic DT-880 Studiokopfhörer (angesteckt an einen Pro-Ject DAC) und Triangle Elara Aktiv-Lautsprecher. Meine beiden Favoriten: Beyerdynamic (Kabel) und Bower&Wilkins (drahtlos). Eine Neuanschaffung extra für klassische Musik ist nicht angedacht. Da müßte mich die Euphorie schon ordentlich packen.

IDAGIO – das bekunden meine Ohren

Den Unterschied zwischen AAC 160 kbps und FLAC höre ich. Die geringe Tonqualität macht überhaupt keine Freude. Zwischen 320 kbps AAC und FLAC zu unterscheiden, da tun sich meine Ohren schon schwerer. Manchmal höre ich es – oder bilde es mir zumindest ein. Gefühlt klingt es auf alle Fälle besser. Einen Ohne-zu-wissen-Hörtest würde ich sicherlich nur durch Erraten (die Chance steht ja 50 zu 50) schaffen. Somit würde mir anfangs auch 320 kbps AAC genügen. Ob ich mein Gehör jemals noch darauf trainieren kann / will, das kann ich jetzt nicht beantworten.

Da ich mich mehr mit klassischer Musik beschäftigen will, werde ich das so handhaben: Ich nutze in den nächsten Wochen Apple Musik (da habe ich eh das Jahresabo um 99 Euro), um mich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Um Künstler zu entdecken. Um herauszufinden, was mir gefällt und was nicht. Und wenn ich danach noch immer begeistert bin, dann abonniere ich IDAGIO. Denn das gefällt mir ausgezeichnet.

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