Ausprobiert: Lexar JumpDrive Fingerprint F35 – USB 3.0 Stick mit biometrischer Authentifizierung

Lexar JumpDrive Fingerprint F35 | Foto © Helmut Hackl
Lexar JumpDrive Fingerprint F35 | Foto © Helmut Hackl

Trotz Cloud verwende ich am Notebook noch immer gerne einen USB-Stick. Zum Datentransfer und als Sicherungsmedium. Speicherte ich bisher die Daten schon verschlüsselt darauf, so will ich diese zusätzlich noch biometrisch gegen unberechtigte Zugriffe schützen. Zu diesem Behufe holte ich mir zum Ausprobieren ein Lexar JumpDrive F35 mit eingebautem Fingerabdruck-Scanner …

JumpDrive Fingerprint F35 von Lexar ist ein USB 3.0 Flash-Laufwerk, das in vier Größen erhältlich ist: Mit 32GB, 64GB, 128GB oder 256GB. Gleich vorweg, weil es auf der Produktseite sehr missverständlich formuliert ist: Der Stick funktioniert zwar auch unter macOS und Linux, allerdings gibt’s auf diesen beiden Systemen kein Programm zum Konfigurieren der Fingerabdrücke. Das ist ausschließlich unter Windows möglich. Das heißt: Ich brauche als Mac-/Linux-Nutzer unbedingt einen Windows-Rechner zum Anlegen der Nutzer. Naja!

Die wichtigsten Eckdaten im Überblick

• Beim Lesen sind Geschwindigkeiten von bis 150 MB/s möglich. Bei der 256GB-Version sind es bis zu 300 MB/s.
• Die Daten sind mit 256-Bit AES verschlüsselt.
• Ein Fingerabdruck wird in weniger als einer Sekunde erkannt – mit Bestätigung über ein Blinksignal.
• Es lassen sich bis zu zehn Fingerprint-IDs anlegen. Jede Person erhält Zugriff auf die sichere Partition des Laufwerks.
• Es sind keine Treiber erforderlich.
• Die Abmessungen betragen ca. 20,5×64,4×7,8 mm, das Gewicht liegt bei knapp 23g.
• Der USB-Stecker lässt sich mit einem Plastikschieber schützen.
• Hinweis: Der USB-Stick ist auf FAT32 formatiert, d.h. maximal 4GB große Dateien. Wenn mehr benötigt wird, dann vorher auf exFAT umformatieren.

Lexar JumpDrive Fingerprint F35 | Foto © Helmut Hackl
Lexar JumpDrive Fingerprint F35 | Foto © Helmut Hackl

Die Einrichtung ist simpel

Ich verwende ein MacBook, meine Frau ein Windows-Notebook. Auf beiden Systemen ist wie schon erwähnt kein Treiber erforderlich. Einfach den Stick in einen freien USB-Port stecken und schon kann’s losgehen. Das Anlegen der Fingerabdrücke muss allerdings – wie eingangs erwähnt – unbedingt auf einem Windows-Rechner erfolgen. Denn nur unter dieses Betriebssystem ist das erforderliche Programm (befindet sich am USB-Stick oben) verfügbar. Und er den Stick auch mit einem Smartphone / Tablet verwenden will: Dort ist lediglich der offene Bereich sichtbar. Der geschützte Bereich mit Fingerabdruck ist nicht zugänglich.

Lexar App am Windows-Rechner

Die Einrichtung selbst ist ruckzuck erledigt: Programm starten und im ersten Schritt einen Administrator anlegen. Dazu wird ein starkes Passwort festgelegt und danach ein Fingerabdruck genommen. Ist der Admin abgehakt, so können danach die einzelnen Benutzer registriert werden. Konten lassen sich jederzeit hinzufügen, ändern, löschen sowie bearbeiten. Das klappte alles tadellos und ist im Ablauf selbsterklärend, wenngleich nicht sehr komfortabel.

Lexar App am Windows-Rechner

Drei weitere Fakten zur Sicherheit:
• Die sichere Partition wird nur angezeigt, wenn ein berechtigter Finger aufgelegt wird. Sie schließt sich automatisch wieder nach 15 Minuten Inaktivität.
• Da die Daten und der Algorithmus der Fingerabdrücke getrennt sind, gehen die in der sicheren Partition gespeicherten Daten verloren, wenn das Flash-Laufwerk gewaltsam demontiert wird.
• Wenn das Admin-Passwort 254x hintereinander falsch eingegeben wurde, dann startet die “Selbstzerstörung” des Sticks.

Lexar JumpDrive Fingerabdruck F35 – mein Fazit

Bis auf die fehlende macOS-App zum Anlegen der Fingerabdrücke, bin ich mit dem JumpDrive F35 zufrieden. Die Geschwindgkeit ist gut und die Erkennung der Fingerabdrücke klappt flott. Eine gute Anschaffung, um heikle Daten sicherer zu speichern.

Bei Interesse: Die Preise beginnen bei etwa 36 Euro (32GB) und reichen bis knapp 100 Euro (256GB).

3 Kommentare

  1. Hallo Helmut,

    falls man noch mehr Sicherheit benötigt (oder meint sie zu benötigen)… dann empfiehlt sich der USB Stick “datashur-pro2” mit zahlreichen Zertifizierungen:
    “FIPS 140-2 Level 3, NCSC CPA, NLNCSA BSPA & NATO Restricted validation (pending)”
    “IP68 Certified”

    https://istorage-uk.com/de/product/datashur-pro2/

    Übersicht anderer Sticks unter: https://istorage-uk.com/de/product-category/encrypted-flash-drives/

    Die Bedienung ist allerdings ähnlich gewöhnungsbedürftig wie der Preis…wobei das tägliche Doing schon funktioniert 😉

    Grüße, Alexander

  2. Hallo Helmut,

    noch eine kleine Anmerkung wäre dieser Artikel zum Thema Fingerabdruck:
    https://curius.de/blog/13-betriebssysteme/desktop/open-source/724-authentifizierung-per-fingerabdruck-mit-linux-keine-gute-idee

    “Trotzdem sollte man sich der grundsätzlichen Gefahr immer bewusstsein. Ein kompromittierter Dienst und ein gehacktes Passwort sind ärgerlich, aber dann erzeugt mal halt ein neues Kennwort (dank Passwortverwaltung hat man schließlich individuelle Kennwörter pro Dienst). Gerät ein Fingerabdruck in die falschen Hände, ist diese Authentifizierungsmöglichkeit verbrannt. Schließlich kann man sich schlecht einen neuen Finger verschaffen. Die Individualität und Unveränderbarkeit biometrischer Merkmale wird hier zum Nachteil.”

    Ich möchte da vor allem Lexar nichts unterstellen, wenn aber die dort gespeicherten Fingerabdrücke abgezogen werden (Malware o.ä.), dann trifft obiges zu. Je nachdem wie gut dann so eine Software zur Speicherung programmiert ist…aber selbst im Linux ist das nicht optimal gelöst (s. Artikel von oben) und dann bei einer (Neben-)Software die so einen Stick bespielt…good luck to all of you 😉

    Grüße, Alexander

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