Nachrechnen, ob’s was bringt: Stromverbrauch von Geräten im Standby mit smarten Steckdosen reduzieren

Foto © Helmut Hackl

Da wir daheim leider keinen eigenen Strom produzieren können, kommt bei uns Ökostrom aus den Steckdosen. Der wird aber auch immer teurer und somit schaute ich mir an, ob smarte Steckdosen eine merkbare Reduktion beim Standby-Verbrauch von smarten Geräten bringen …

Bequeme Menschen setzen auf smarte Steckdosen mit Bluetooth oder WLAN. Da diese Teile aber sowohl im Standby als auch im Betrieb selbst Strom benötigen und in der Anschaffung etwas kosten, ist es simple Mathematik, ob es sich rechnet.

Zuerst einmal nachschauen, was 1 kWh (Kilowattstunde) beim Stromanbieter kostet (oder bald kosten wird) und wieviel Strom das Gerät im Ruhezustand verbraucht. Danach lässt sich schnell ausrechnen, was der Standby-Modus eines Geräts pro Tag / pro Jahr kostet. Die Formel dafür lautet so:

• Standby-Stromverbrauch des Geräts in Watt x 24 Stunden x 365 Tage
• das Ergebnis durch 1.000 dividieren
• das Ergebnis mit dem aktuellen Preis pro kWh multiplizieren

Da ich daheim eine Eve Energy Steckdose habe, nahm ich die gleich als Basis für die Berechnung her. Vom Hersteller werden durchschnittlich 0,7 Watt im Standby angegeben. Das macht nach der obigen Formel knapp 2 Euro jährlich – gerechnet mit 30 Cent pro kWh.

Nehmen wir nun ein Elektrogerät her, das sich im Ruhezustand durchschnittlich 1 Watt holt. Der Verbrauch und die Kosten schauen dann so aus:

Für 1W im Standby sind die Kosten bei 50 Cent pro kWh Strom:
1 (W) x 24 (h) x 365 (Tage) = 8.760 Wh / 1.000 = 8,76 kWh x 0,30 (Euro) = 2,63 Euro jährlich

Wenn ich da jetzt die Standby-Stromkosten von der smarten Steckdose abziehe, dann wäre eine minimale Ersparnis theoretisch (dazu komme ich dann gleich) vorhanden. Verbraucht das smarte Gerät so um die 3 Watt (z.B. Apple TV), so sind es knapp 8 Euro pro Jahr und die Ersparnis ist schon etwas höher.

Theoretisch deshalb, da das eingesteckte Elektrogerät ja auch im Betrieb ist. Und da kommt dann der zusätzliche Stromverbrauch der smarten Steckdose dazu – bei der Eve Energy sind das etwa 0,7 Watt. da jetzt noch der Anschaffungspreis der smarten Steckdose dazugerechnet, so rentiert sich das finanziell vielleicht erst nach einigen Jahren – abhängig vom Verbrauch der Geräte im Standby. Und dabei schiebe ich auf die Seite, was Produktion und Transport der smarten Steckdose selbst an Energie verschluckt.

Auch wenn es nicht so komfortabel wie bei einer smarten Steckdose ist: Die stromsparendste Möglichkeit ist das Abstecken von Elektrogeräten, wenn sie nicht in Betrieb werden. Dafür lassen sich passende Steckdosenleisten mit Ein-/Ausschalter verwenden.

Ich habe bei uns daheim mal alle Geräte (z.B. TV, Router, Licht, Lautsprecher, Streaming, …) nachgerechnet und wir sind da schon “sparsam” unterwegs. Da war kein hungriger Stromfresser mehr dabei – weder im Standby noch im Betrieb. Den höchsten Standby-Wert hat dabei das Hue Lichtsystem. Das wollten wir aber ohnehin schon reduzieren, da nicht alles smart sein muss. Ein bisserl Bewegung schadet nicht.

2 Kommentare

  1. Steckerleisten mit An/Aus Schalter, so mach ich’s auch. Warum kompliziert wenn’s auch einfach geht.
    Die “Low-Hanging Fruits” lagen in meinem Haushalt woanders.
    Bereits vor 7 Jahren: Überall LEDs anstelle Glühbirnen.
    Neuerdings:
    10 Jahre alten Wäschetrockner ersetzt durch ein A+++ Modell: +-200kwH im Jahr.
    Elektrische Handtuch Heizung im Bad abgeklemmt: +-700kwH im Jahr.
    Elektrischen Warmwasserboiler in der Küche abgeklemmt (woanders im Haus gibt’s auch noch warmes Wasser): +- 500kwH im Jahr.

    1. Wie beide denken oft im Gleichklang. Wir haben auch seit Jahren fast überall LEDs und bei Waschmaschine / Kühlschrank neu energiesparende Modelle. Somit haben wir einen sehr überschaubaren Stromverbrauch.

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